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Tips zu Platinen


Beim Verlöten von Platinen gibt es einiges zu beachten. Dies gilt für Lochraster- und Streifenplatinen genauso wie für gedruckte Platinen. Auf jeden Fall sollte man sich Zeit nehmen, denn Basteln ist keine Akkordarbeit! Die Zeit, die man nachher in die Fehlersuche bei Nichtfunktionieren der Schaltung wegen fehlerhafter Lötstellen usw. steckt, ist um ein Vielfaches größer!


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links: Lochrasterplatine
mitte: Streifenplatine
rechts: gedruckte Platine



Richtiges Arbeiten mit Platinen

Oft müssen Platinen erst auf die richtige Größe gebracht werden. Das kann z. B. mit einer kleinen Eisensäge gemacht werden. Wichtig ist das an der Sägestelle überstehende Kupferteile der Leiterbahnen gründlich abgefeilt werden! Oft bleiben winzige Späne zurück die man zwar kaum sieht, aber dennoch zwei benachbarte Leiterbahnen elektrisch miteinander verbinden und so zu Kurzschlüssen auf der Schaltung führen! Daher sollte man unbedingt noch einmal mit einem Ohmmeter alle benachbarten Leiterbahnen auf Kontakt überprüfen!

Die Anschlußdrähte der einzulötenden Bauteile werden zunächst mit einer Spitzzange zurechtgebogen. Dabei sollte die Zange immer direkt am Bauteil angesetzt werden und das andere Ende des Drahtes gebogen werden. Nie umgekehrt, also das Ende des Drahtes mit der Zange biegen! Dadurch können Verspannungen und Risse im Gehäuse des Bauteils entstehen.

Weiterhin ist es auch wichtig, daß die dünnen Leiterbahnen auf der Platine keinesfalls belastet werden dürfen! Das heißt, die Bauteile müssen direkt auf der Platine aufliegen. Das gleiche gilt für Lötnägel; sie müssen soweit reingeschoben werden, bis ihr unterer Kranz direkt auf der Platine aufliegt. Andernfalls wirkt der Druck beim Aufstecken des Kabelschuhs, bzw. der besonders von großen Bauteilen direkt auf die Leiterbahn, so daß diese herausbrechen können. Eine Reparatur ist dann schwierig und nur noch mit hohem Aufwand möglich. Werden Widerstände hochkant, also stehend eingelötet, so muß auch hier das eine Ende des Widerstandskörpers auf der Platine aufliegen.


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links: So nicht!
rechts: Sondern so!


Um die Leiterbahnen nicht zu belasten, dürfen an ihr auch keine Anschlußleitungen angelötet werden! Dies ist allenfalls noch bei sehr dünnen Drähten mit 0,2 mm Durchmesser erlaubt. Ansonsten empfehlen sich zum Anschluß von Leitungen immer Lötnägel oder man biegt sich aus Kupferdraht Anschlußösen, die über zwei Löcher eingeführt werden.

Bei Verwendung von Lötnägeln der Standardgröße von 1,3 Millimeter Durchmesser empfehle ich immer mit 1,2 Millimeter vorzubohren! Es bringt nichts die Lötnägel gewaltsam mit einer Zange in die Platine zu quetschten, wodurch sie nur verbogen und stark zerkratzt werden. Mit dem Vorbohren gehts erheblich einfacher.


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Besonders Lötnägel müssen unbedingt fest auf der Platine aufliegen!


Damit die Bauteile beim Verlöten nicht herausfallen, kann man ihre Anschlußdrähte etwas umbiegen. Beim Löten selbst ist darauf zu achten, das die Spitze des Lötkolbens sowohl den Anschlußdraht des Bauteils als auch die Leiterbahn berührt. Ist die Lötstelle ausreichend erwärmt, wird das Zinn zugeführt bis es richtig verläuft. Danach wird das Zinn wieder weggenommen. Die Lötkolbenspitze bleibt noch kurz an der Lötstelle, damit das Lot wirklich gut verläuft. Anschließend bringt man die Lötkolbenspitze auf die gegenüberliegende Seite, damit das Zinn auch dort gut verläuft! Hat alles richtig funktioniert, erhält man eine saubere und gute Lötstelle, die man an ihrer glänzenden Oberfläche erkennt.


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Gute Lötstellen erkennt man ihrer glänzenden Oberfläche


Der ganze Lötvorgang sollte nicht zu lange dauern (etwa 5 Sekunden); ansonsten können besonders Halbleiterbauteile durch zuviel Hitze beschädigt werden. Viel zu langes Braten führt oft zu sich ablösenden Leiterbahnen, womit die Platine dann hin wäre....


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Leiterbahnunterbrechungen werden mit einen 4 mm Metallbohrer gemacht


Oft müssen Leiterbahnen unterbrochen werden. Dies macht man mit einen 4 Millimeter Metallbohrer. Auch hier sollte man anschließend mit dem Ohmmeter prüfen, ob wirklich alle unterbrochenen Stellen keinen Kontakt mehr haben!

Löcher zum Befestigen der Platine müssen sehr vorsichtig mit einem Metallbohrer gebohrt werden, damit die Platine an den Ecken nicht ausbricht! Auch sollten die Leiterbahnen vor den Befestigungslöchern immer unterbrochen werden, damit die Schrauben später keinen Kurzschluß zwischen den Leiterbahnen verursachen!


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