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Glühlampen


Die Glühlampe ist wohl eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt! Ohne ihr hätten wir kein elektrisches Licht.


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Die heutige Glühlampe



Wer hat die Glühlampe erfunden?

Entgegen der verbreiteten Meinung war der eigentliche Erfinder der Glühlampe nicht Thomas Alva Edison, sondern der deutschstämmige Juwelier Heinrich Göbel. Er entwickelte 1854 eine elektrische Glühlampe mit einem verkohlten Bambusfaser als Glühfaden. Da er kein Geld hatte, konnte Göbel seine Erfindung nicht vermarkten.

Thomas Alva Edison (1847-1931) hatte sich vorgenommen, Licht aus elektrischen Strom zu machen. Von Göbels Erfindung wusste er damals aber nichts. Edison experimentierte mit verschiedenen Materialien als Glühfaden. Wenn dieser Faden vom elektrischen Strom durchflossen wird, wird er heiß und beginnt zu Leuchten. Zuerst probierte Edison es mit Platin. Danach verkohlte er verschiedene Fasern und erreichte damit eine längere Brenndauer. Er fand heraus, das der Glühfaden viel länger brennt, wenn er diesen in einen luftleeren Glaskolben bringt. Im Jahre 1879 nahm er als Glühfaden einen verkohlten Bambusfaser und erreichte damit eine Brenndauer von 40 Stunden. Als er seine Kohlefäden mit Kohlenwasserstoff behandelte, erreichte er eine Brenndauer von einigen hundert Stunden. Damit war seine Glühlampe langsam ausgereift. Alles was man jetzt noch brauchte, war der Strom für die Versorgung der Glühlampen.

1881 präsentierte Edison in Paris einen Dynamo zur Stromerzeugung, der von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Damit war es möglich, den Strom für seine Glühlampen zu erzeugen. So wurde 1882 in New York das erste öffentliche Elektrizitätswerk in Betrieb genommen, an dessen Bau Edison mitgewirkt hat. Damit breitete sich die Glühlampe langsam in den Haushalten aus.



Die Glühlampe im 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden als Glühdraht zunehmend Metallfäden aus Wolfram und Tantal benutzt. Heute besteht der Glühfaden aus Wolfram oder Wolframlegierungen. Wolfram hat einen sehr hohen Schmelzpunkt von etwa 3400 Grad C. Sobald der Draht vom elektrischen Strom durchflossen wird, wird er heiß und beginnt zu Leuchten. Der Widerstand des Drahtes steigt mit zunehmender Temperatur an. Wird der Strom zu groß, brennt der Draht durch. Es ist daher sehr wichtig, daß Glühlampen nur mit der für sie vorgesehenen Spannung betrieben werden! Eine geringere Spannung schadet dagegen nicht, weil der Strom geringer wird. Nur nimmt damit auch die Leuchtkraft einer Glühlampe ab.


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Der Glühdraht besteht heute aus Wolfram


Glühlampen gibt es heute für verschiedene Spannungen und in verschiedenen Größen z. B. für 230 Volt Netzspannung sowie für Batteriebetrieb in Taschenlampen und Kraftfahrzeugen. Letzere sind besonders für den Hobbyelektroniker interessant und zu allerlei Bastelein zu gebrauchen.


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verschiedene Glühlampen



Sockel

Glühlampen gibt es mit verschiedenen Sockeln. In Deutschland wird meist das Edisongewinde verwendet, deren Bezeichnungen in der DIN 40400 genormt sind. Die folgende Tabelle zeigt die für Lampen genormten Sockel.


Bez. Durchmesser Verwendung
E 5,5 5,5 mm Lämpchen bei Eisenbahn und im Modellbau
E 10 10 mm Lämpchen für Taschenlampen
E 14 14 mm Kerzenlampen bis 60 Watt und Kompaktleuchtstofflampen
E 27 27 mm Glühlampen 15 bis 200 Watt, Kompaktleuchtstofflampen
E 40 40 mm Glühlampen mit mehr als 200 Watt, Natriumdampf-Hochdrucklampen


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Edisonsockel E5,5, E10, E14, E27, E40


Weiterhin werden auch sogenannte Bajonettsockel verwendet, die auf Joseph Wilson Swan zurückgehen und daher auch Swansockel bzw. Swanfassungen genannt werden. Sie sind sicher gegen ein Lösen durch Erschütterungen und werden oft für Glühlampen im KFZ-Bereich oder bei Maschinen verwendet.


Bez. Verwendung
BA7s Innenraumbeleuchtung von KFZ
BA9s Lämpchen für Signalleuchten oder Standlicht bei KFZ
BA15s Glühlampen im KFZ-Bereich wie Blinker, Rücklicht, Kennzeichen- oder Nebelschlußleuchte
BAU15s Farbige Glühlampen im KFZ-Bereich z. B. für Blinker
BA15d Glühlampen im KFZ-Bereich, z. B. Bremslichter
BAX15d wie BA15d, jedoch mit versetzten Pins
BAY15d wie BA15d, jedoch mit versetzten Pins
BAZ15d wie BA15d, jedoch mit versetzten Pins
P13,5 Lämpchen für Taschenlampen


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Bajonettsockel BA9s, BA15s, BA15s, BAZ15d



Die Glühlampe im 21. Jahrhundert

Im 21. Jahrhundert schließlich droht das Aus der Glühlampe. Nach einem Beschluß im Europaparlament in Brüssel im Jahr 2008 wurde die Glühlampe in der EU verboten und soll schrittweise abgeschafft werden:

  • Ab dem 1. September 2009 dürfen keine Glühlampen mit einer Leistung höher als 80 Watt in den Handel gebracht oder verkauft werden. Betroffen davon sind z. B. Glühlampen mit einer Leistung von 100, 150 oder 200 Watt.
  • Ab dem 1. September 2010 sind Glühlampen mit einer Leistung von 75 Watt dran.
  • Ab dem 1. September 2011 beginnt das Aus für Glühlampen mit 60 Watt.
  • Ab dem 1. September 2012 sind schließlich auch Glühlampen mit einer Leistung von 40 Watt oder weniger von dem Aus betroffen.

Spezielle Glühlampen wie die für Backöfen, den KFZ-Bereich, farbige Glühlampen kleiner Leistung oder für Dekozwecke sollen dagegen bleiben, werden aber entsprechend gekennzeichnet.

Dieses Aus der Glühlampe sorgte für eine gewisse Unruhe und zu regelrechten Hamsterkäufen bei den Restbeständen, weil viele das Licht der Kompakt-Leuchtstofflampen als kalt und unangenehm empfinden. Dies trifft aber vor allem auf die Blligprodukte zu. Gute Kompakt-Leuchtstofflampen von Markenherstellern gibt es heute auch in warmen Lichttönungen.

Es gibt aber Verwendungen, wo die Glühlampe eindeutig die bessere Wahl ist! Und zwar genau dort, wo oft aber nur kurz Licht benötigt wird, z. B. im Treppenhaus, auf dem Klo im Keller oder in Leuchten mit Bewegungsmeldern. Kompakt-Leuchtstofflampen brauchen aber eine gewisse Zeit, bevor sie ihre volle Helligkeit erreichen. Außerdem verkürzt häufiges Ein- und Ausschalten ihre Lebensdauer. Daher sind sie an den eben genannten Orten nicht sinnvoll.

Kompakt-Leuchtstofflampen sind da sinnvoll, wo das Licht mehrere Stunden ohne Ausschalten benötigt wird. Werden sie sehr häufig geschaltet, spart man nämlich gar nichts, weil die Lampen nicht lange halten und immer wieder gegen neue ersetzt werden müssen, die dazu deutlich teurer als normale Glühlampen sind! Daher ist es schon sinnvoll, sich für bestimmte Verwendungen einen Vorrat an Glühlampen anzulegen.



Glühlampen als Vorwiderstände

Glühlampen werden auch gerne als Vorwiderstände zur Strombegrenzung zum Testen alter Radios o. ä. genommen. Durch die Reihenschaltung mit der Glühlampe bekommt das Radio nicht die volle Netzspannung, sondern weniger. Dadurch werden z. B. die alten Kondensatoren in dem Gerät schonender aufgeladen und bei einem eventuell in dem Gerät vorhandenen Kurzschluß fliegt einem das Gerät nicht gleich um die Ohren, denn in diesem Fall ist immer noch die Glühlampe im Stromkreis, die dann hell aufleuchtet.

Damit die Strombegrenzung nicht zu stark ist, und das Gerät überhaupt einen Mucks von sich gibt, wird oft eine Glühlampe mit höherer Leistung empfohlen, z. B. 100 oder 200 Watt. Daher habe ich mich im August 2009 nach diesen umgesehen und auch noch einige bekommen, bevor diese endgültig aus den Läden verschwunden sind.


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