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TN-Netz


Beim TN-Netz ist ein Punkt der Stromquelle, meist der Sternpunkt des Trafos, direkt geerdet. Alle leitfähigen Körper der angeschlossenen Betriebsmittel sind mit diesem geerdeten Punkt verbunden.

Bei der Verlegung des Schutzleiters (PE) und des Neutralleiters (N) gibt es im TN-Netz zwei Möglichkeiten, die im folgenden dargestellt sind.



TN-C-Netz

Hier ist der Schutzleiter (PE) und der Neutralleiter (N) in einem gemeinsamen Leiter, den sogenannten PEN kombiniert.


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TN-C-Netz


Ältere Anlagen sind meistens in dieser Form ausgeführt, d. h. es gibt hinter den Hausverteilungen nur eine zweiadrige Installation ohne Schutzleiter. Die Schutzkontakte der Steckdosen werden innerhalb der Steckdosen mit dem PEN-Leiter gebrückt. Man nennt das auch klassische Nullung. Der PEN-Leiter ist so mit den leitenden Metallgehäusen elektrischer Betriebsmittel verbunden. Kommt durch einen Fehler ein Außenleiter mit dem Metallgehäuse in Verbindung, kommt es zu einem Kurzschluß und die Sicherung schaltet den fehlerhaften Stromkreis sofort ab.

Die klassische Nullung bringt aber auch Gefahren mit sich. Wird der PEN-Leiter z. B. irgendwo unterbrochen, liegt an den Metallgehäusen der angeschlossenen Betriebsmittel die volle Netzspannung von 230 Volt an! Aufgrund der Unterbrechung des PEN-Leiters funktionieren die Geräte aber nicht, was einen noch glauben läßt, es sei kein Strom da. Berührt man dann ein Metallgehäuse, bekommt man einen elektrischen Schlag = Lebensgefahr oder sogar Tod durch die Schutzmaßnahme selbst!


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Gefahren der klassischen Nullung:
Wird der PEN-Leiter irgendwo unterbrochen, liegt die volle Netzspannung an den Metallgehäusen aller angeschlossenen elektrischen Betriebsmittel!


Daher ist die klassische Nullung schon seit 1973 verboten worden. Ältere Anlagen haben zwar Bestandsschutz, müssen aber bei Änderungen auf den aktuellen Stand gebracht werden, d. h. es muß dreiadrig mit getrennten Schutzleiter verlegt werden. Wird eine solche alte Anlage erweitert, muß an der Erweiterungsstelle der PEN-Leiter in Neutralleiter und Schutzleiter aufgetrennt und von hier aus aus dreiadrig weiterverlegt werden!

Heute sind PEN-Leiter bei Neuanlagen nur noch mit einem Mindestquerschnitt von 10 mm2 Kupfer bzw. 16 mm2 Aluminium zulässig.



TN-S-Netz

Hier ist der Schutzleiter (PE) und der Neutralleiter (N) getrennt verlegt. Tritt ein Körperschluß auf, d. h. die Spannung eines Außenleiters gelangt an das Metallgehäuse eines elektrischen Betriebsmittels, so entspricht dies einem Kurzschluß, da das Metallgehäuse über den Schutzleiter mit dem geerdeten Sternpunkt des Trafos verbunden ist. In diesem Fall schaltet die vorgeschaltete Sicherung sofort den Stromkreis ab.


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TN-S-Netz


Dabei müssen bestimmte Abschaltzeiten eingehalten werden. Jede Sicherung hat eine bestimmte Auslösekennlinie. Mit Hilfe der Auslösekennlinie läßt sich für eine bestimmte Abschaltzeit, z. B. 0,4 Sekunden, ein bestimmter Auslösestrom ablesen. Dieser Auslösestrom muß im fehlerhaften Stromkreis fließen, damit die Sicherung in der vorgegebenen Zeit sicher abschaltet. Der Auslösestrom nimmt mit höheren Nennstrom der Sicherung zu. Eine Sicherung mit 10 Ampere hat z. B. einen geringeren Auslösestrom als eine mit 20 Ampere.


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Körperschluß im TN-S-Netz!
Durch einen Fehler gelangt die Spannung eines Außenleiters an das Metallgehäuse eines elektrischen Betriebsmittels, das mit dem Schutzleiter verbunden ist. Dies entspricht einem Kurzschluß - die Sicherung schaltet den Stromkreis sofort ab.


Es muß sichergestellt werden, daß der Auslösestrom im Fehlerfall auch erreicht wird! Dazu wird zwischen jedem Außenleiter und dem Schutzleiter die sogenannte Schleifenimpedanz gemessen. Das ist der Gesamtscheinwiderstand vom Endverbraucher bis zur Trafostation und wieder zurück. Mit Hilfe des gemessenen Wertes in Ohm läßt sich nach dem Ohmschen Gesetz leicht der Kurzschlußstrom berechnen. Er muß immer gleich oder größer wie der Auslösestrom der Sicherung sein!

Ist der berechnete Kurzschlußstrom geringer wie der Auslösestrom der Sicherung, muß eine Sicherung mit einem kleineren Nennstrom eingesetzt werden bzw. wenn das nicht reicht, zusätzlich ein Fehlerstromschutzschalter (RCD) benutzt werden.

Der Schutzleiter (PE) darf ausschließlich als Schutzleiter verwendet werden! Es dürfen über ihn keine Betriebsströme geführt werden!

Es ist z. B. möglich, ein elektrisches Gerät zwischen einem Außenleiter und dem Schutzleiter (PE) anzuschließen, was auch funktionieren würde, da der Schutzleiter ja mit dem geerdeten Sternpunkt des Trafos verbunden ist. Allerdings ist so etwas strikt verboten! Und das aus gutem Grund: Sollte der Schutzleiter vor diesem falsch angeschlossenen Gerät irgendwo unterbrochen werden, würden alle nach der Unterbrechung mit dem Schutzleiter verbundenen Metallgehäuse unter Spannung stehen! Und es besteht akute Lebensgefahr durch elektrischen Schlag!


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Ein Verbraucher wird fehlerhaft zwischen L1 und PE geschaltet!
Wird der Schutzleiter vor diesem Verbraucher irgendwo unterbrochen, stehen alle dahinter mit dem Schutzleiter verbundenen Metallgehäuse unter Spannung!



TN-C-S-Netz

Hier sind TN-C- und TN-S-Netz kombiniert, d. h. der PEN-Leiter wird irgendwo in der Verbraucheranlage, z. B. am Hausanschluß- oder Zählerkasten in Schutzleiter (PE) und Neutralleiter (N) aufgetrennt und von dort werden beide Leiter getrennt verlegt.

PEN-Leiter sind nach heutiger Norm in ihrem gesamten Verlauf grüngelb und werden zusätzlich mit einer blauen Markierung an den Leiterenden gekennzeichnet.


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TN-C-S-Netz


Bitte beachten Sie unbedingt die Warnhinweise!

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