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Fehlerstromschutzschaltung (RCD oder FI)


Die Fehlerstromschutzschaltung (früher FI, heute RCD) ist eine sehr zuverlässige Maßnahme, um gefährliche Körperströme zu verhindern.



Funktion

Der Fehlerstromschutzschalter (FI oder RCD) besitzt einen Summenstromwandler. Bekanntlich ist die Stromstärke in einem Stromkreis an jeder Stelle gleich. Der RCD vergleicht den reinfließenden über einen Außenleiter (z. B. L1) mit dem rausfließenden Strom über den Neutralleiter. Tritt ein bestimmter Unterschied auf, so löst der Schalter aus.

Kommt jemand mit einem Außenleiter und damit der vollen Netzspannung in Berührung, so fließt ein Teilstrom über seinen Körper in die Erde bis zum nächsten geerdeten Punkt des Nulleiters (PEN). Dieser Teilstrom fließt daher nicht über den Neutralleiter / Nulleiter des Stromkreises zurück und "fehlt" daher am RCD. Ein normaler RCD löst aus, sobald dieser Unterschied 30 mA beträgt.


rcd.gif

Fehlerstromschutzschaltung
Aufgrund eines Fehlers gelangt die volle Netzspannung an das Metallgehäuse eines Gerätes, das wegen eines Fehlers NICHT mit dem Schutzleiter verbunden ist! Eine Person berührt dieses unter Spannung stehende Gehäuse: Es fließt ein Fehlerstrom vom Gehäuse durch die Person in die Erde zum Erder. Dieser Fehlerstrom fließt daher nicht durch den RCD zurück! Beträgt der Fehlerstrom 30 mA oder mehr, so löst der RCD sofort aus.


RCD's gibt es für Einphasen- und für Dreiphasenbetrieb. Der Standard-RCD's löst bei einem Fehlerstrom von 30 Milliampere aus, es gibt aber auch welche mit 20 oder 10 Milliampere, sowie auch welche mit höheren Werten von z. B. 500 Milliampere.

Ein RCD schützt nicht mehr, wenn eine Person gleichzeitig einen Außenleiter und den Neutralleiter berührt! In diesem Fall fließt der meiste Strom durch den Körper der Person über den Neutralleiter durch den RCD zurück. Gleiches gilt wenn eine Person zwei Außenleiter gleichzeitig berührt! Auch hier fließt der meiste Strom durch den RCD zurück womit dieser nicht auslöst.

Zwar ist im Fehlerfall die Wahrscheinlichkeit größer, nur mit einem Leiter in Kontakt zu kommen, aber trotzdem ist auch mit RCD immer noch größte Vorsicht angesagt, damit man nicht versehentlich mit zwei Leitern gleichzeitig in Berührung kommt!



Anwendung

Anwenden kann man den RCD nur bei einem dreiadrigen Netz - also wenn ein getrennter Schutzleiter vorhanden ist! Bei einem zweiadrigen Netz (kein getrennter Schutzleiter vorhanden) ist der RCD - und das auch aus gutem Grund - verboten! Hier gibt es aber eine andere Lösung: Da bei einer zweiadrigen Installation an den Steckdosen der Nulleiter meist mit dem Schutzleiterkontakt verbunden (gebrückt) ist (Klassische Nullung), ist ab der Steckdose ebenfalls ein getrennter Schutzleiter vorhanden. Hier kann man RCD's verwenden, die es als Zwischenstecker gibt.

Nach der DIN VDE 0100-410, die am 1. Juni 2007 erschien, ist ein RCD mit 30 mA für alle Steckdosenstromkreise bis 20 Ampere vorgeschrieben, die für die Benutzung durch Laien oder zur allgemeinen Verwendung vorgesehen sind! Ausgenommen sind Steckdosen für bestimmte Verbraucher, z. B. Kühlschränke, die aber gesondert gekennzeichnet werden müssen.

Alte Anlagen haben zwar Bestandsschutz; aber sobald an diesen Änderungen vorgenommen werden, gilt auch hier die neue Regelung; d. h. es muß ein RCD für die vorgeschriebenen Bereiche nachgerüstet werden!


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Links: RCD für 3-Phasenbetrieb in einer Verteilung
Rechts: RCD als Zwischenstecker (sog. DI)


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