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Verstärker-Klassen


In der Elektronik und besonders im HiFi-Bereich spricht man oft von Verstärkerklassen. Diese werden mit Buchstaben wie A, B oder C bezeichnet und haben eine bestimmte Bedeutung.



Klasse A

Hier wird der Arbeitspunkt des Transistors (oder der Transistoren bei einem mehrstufigen Verstärker) in den mittleren Teil seiner Kennlinie angehoben, so daß immer ein bestimmter Ruhestrom fließt, auch wenn am Eingang des Verstärkers kein Signal anliegt. Dadurch ergibt sich eine hohe Verlustleistung und ein schlechter Wirkungsgrad. Daher sind Klasse-A Verstärker nur für kleinere Leistungen wie z. B. für Mikrofon- oder Kopfhörerverstärker sinnvoll. Da der Transistor im mittleren Teil seiner Kennlinie arbeitet, ist der Klang solcher Klasse-A Verstärker allerdings sehr gut. Auch die alten Röhrenradios benutzten z. B. Klasse-A Verstärker, allerdings werden dort anstelle von Transistoren Röhren für die Verstärkung benutzt.


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Einfacher Klasse-A Verstärker für Wechselspannungen in Emitterschaltung



Klasse B

Hier wird der Transistor (oder die Transistoren bei einem mehrstufigen Verstärker) erst durchgeschaltet, wenn am Eingang des Verstärkers ein Signal anliegt. Ohne Eingangssignal fließt daher auch kein Ruhestrom. Das Eingangssignal muß aber mindestens 0,7 Volt haben, damit der Transistor durchschaltet! Das heißt, daß kleine Signale überhaupt nicht verstärkt werden. Würde man ein Klasse-B Verstärker als HiFi-Verstärker benutzen, führt das zu starken Verzerrungen. Daher werden Klasse-B Verstärker fast ausschließlich für Schaltanwendungen benutzt.


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Einfacher Klasse-B Verstärker für Schaltanwendung in Emitterschaltung



Klasse AB

Der Transistor (oder die Transistoren bei einem mehrstufigen Verstärker) bekommen eine Vorspannung von etwa 0,7 Volt. Damit können auch kleine Eingangssignale verstärkt werden, da die Transistoren ständig geöffnet sind! Durch die Vorspannung fließt ein Ruhestrom, der aber nur gering ist. Diese Klasse wird oft bei Gegentaktverstärkern angewendet, die zwei komplementäre Transistoren enthält. Der NPN-Transistor verstärkt die positive und der PNP-Transistor die negative Halbwelle der Wechselspannung. Diese Verstärker haben einen erheblich besseren Wirkungsgrad als Klasse-A Verstärker.


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Klasse-AB Verstärker als Gegentaktstufe



Klasse C

Klasse-C Verstärker arbeiten mit einem aktiven Bauelement und werden vor allem in der Hochfrequenztechnik (HF) als Verstärker für Sender eingesetzt. Mit ihnen werden meist Antennen angesteuert.



Klasse D

Bei einem Klasse-D Verstärker wird das analoge Signal mittels eines Analog-Digital-Umformers in ein Schaltsignal umgewandelt. Dieses wird dann verstärkt und mit Hilfe eines Digital-Analog-Umformers wieder in ein analoges Signal zurückgewandelt. Klasse-D Verstärker haben genau wie Schaltnetzteile einen sehr hohen Wirkungsgrad und werden daher bei Endstufen sehr goßer Leistung oder auch bei kleinen batteriebetriebenen Verstärkern, z. B. in MP3-Playern eingesetzt.



Andere Klassen

Es gibt noch andere Verstärkerklassen wie E oder F. Diese sind aber nicht mehr so eindeutig genormt wie die vorhergehenden Klassen.


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