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Die Über-Eck-Aufstellung


Im Herbst 2003 kam mir eine Idee. In meinem kleinen Zimmer (3,2 x 3,7 m) standen die Lautsprecher an der kurzen Wand nahe der Zimmerecken (Abstand etwa 60 cm). Dadurch waren die Bässe ziemlich stark und unsauber. Ich stellte die Lautsprecher einfach mal links und rechts von einer Zimmerecke auf, so daß jeder Lautsprecher praktisch fast in der Mitte einer Wand stand.



Über-Eck-Aufstellung - so geht das

Diese Aufstellung funktioniert am besten in quadratischen oder fast quadratischen Räumen. In stark rechteckigen Räumen bekommt man dagegen meist eine schiefe Klangbühne. Da mein Raum nur 0,5 Meter von der Quadratform abweicht, funktioniert diese Aufstellung bei mir sehr gut.

Die Lautsprecher werden links und rechts von einer Zimmerecke aufgestellt, und zwar so, daß die Zimmerecke genau mittig zwischen den Lautsprechern liegt! Das mißt man am besten mit einem Zollstock aus, so daß jeder Lautsprecher genau den gleichen Abstand von der Ecke und auch von der jeweiligen Rückwand hat. Das Stereodreieck ist hier also um genau 45 Grad im Raum gedreht.


stereodiagonal1.gif

Die Über-Eck-Aufstellung der Stereolautsprecher


Zusätzlich kann man noch die RLX-Aufstellung mit hineinbringen! Dabei wird jeder Lautsprecher so gedreht, das seine Schallwand parallel zur jeweiligen Rückwand liegt. Die Schallwandachsen kreuzen sich nun deutlich vor dem Hörplatz.


stereodiagonal2.gif

Die Über-Eck-Aufstellung als RLX-Aufstellung
mit sich vor dem Hörplatz kreuzenden Schallwandachsen


Bei mir praktiziere ich aber das korrekte Stereodreieck mit auf den Hörer ausgerichteten Lautsprechern. Die Kantenlänge meines Stereodreiecks beträgt knapp 1,4 Meter, ich höre also im Nahfeld. Das Foto unten mußte dagegen hinter dem Hörplatz aufgenommen werden, um die beiden Lautsprecher mit abbilden zu können.


lautsprecher2.jpg

So sieht die Über-Eck-Aufstellung in der Praxis aus:
Blick ins Zimmer des Autors


Und wie ist das Ergebnis? Umwerfend kann man sagen. In meinem kleinen Raum hätte ich eine derart räumliche Wiedergabe nicht für möglich gehalten! Der klangliche Raum wird ungeheuer tief und und weit. Instrumente sind schön in die Tiefe hinein, also auch nach hinten ortbar. Überhaupt wird man durch diese Aufstellung durch eine vorher kaum gekannte räumliche Tiefe belohnt. Der Klang löst sich komplett von den Lautsprecherboxen und schwebt zwischen ihnen. Die Existenz der Lautsprecher gerät völlig in Vergessenheit, und bei guten Aufnahmen scheint sogar der gesamte Raum zu klingen....

Auch der Bass ist deutlich besser, zwar dünner, aber auch extrem sauber. Das meiste, was man vorher an Bass hörte, war nur Raumgewummer! Jetzt hört man das, was die Box wirklich wiedergibt.

Nur die Mittenortung scheint mir bei einer total symmetrischen Aufstellung der Lautsprecher (parallel zur einer Wand mit exakt gleichen Abständen) geringfügig besser zu sein. Allerdings habe ich bei paralleler Aufstellung der Lautsprecher zu einer Wand wegen dem kleinen Raum recht geringe Seitenwandabstände und die räumliche Wiedergabe ist lange nicht so eindrucksvoll wie bei der Über-Eck-Aufstellung. Das liegt wohl auch daran, daß bei der Über-Eck-Aufstellung die Wände nicht parallel zum Hörplatz und den Lautsprechern verlaufen, sondern schräge, und man dadurch weniger Wandreflexionen hat.

Oft findet man für leicht rechteckige Räume auch eine solche diagonale Aufstellung:


stereodiagonal3.gif

Eine weitere Über-Eck-Aufstellung für leicht rechteckige Räume


Hier liegt das Stereodreieck nicht genau 45 Grad im Raum, sondern so, daß sich der Hörer genau auf der diagonalen Linie zwischen zwei Raumecken befindet. Bei dieser Aufstellung sind die Wandabstände der Lautsprecher unterschiedlich. Der linke Lautsprecher befindet sich näher an der Wand, hat dafür aber einen größeren Abstand von der Raumecke hinter ihm. Der rechte Lautsprecher ist dagegen ein Stück vorgezogen.

Bei mir brachte diese Aufstellung aber eine etwas schiefe Klangbühne und auch die Mittenortung ist bei der 45-Grad Aufstellung besser, was wohl an den hier unterschiedlichen Wandabständen der Lautsprecher liegt. Aber wie immer gilt hier das eigene Probieren! In einem anderen Raum kann diese Aufstellung womöglich auch besser klingen.


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