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Tonabnehmersysteme


Der Tonabnehmer trägt die Nadel und enthält die Spulen, welche die Schwingungen der Abtastnadel in elektrische Schwingungen (Wechselspannung) umwandeln.



Arten von Tonabnehmersystemen

Man unterscheidet zwei Arten von Tonabnehmersystemen:

MM-System (Moving-Magnet-System)
Übersetzt heißt das soviel wie bewegter Magnet. Hier befinden sich die Spulen im Gehäuse des Tonabnehmers und der Magnet auf dem Träger der Abtastnadel. Entsprechend den Schwingungen der Abtastnadel bewegt sich auch der Magnet und erzeugt in den Spulen eine Spannung. Die Spulen können relativ groß gebaut werden - haben also viele Windungen und erzeugen damit eine hohe Spannung die etwa zwischen 2 und 8 Millivolt liegt. Angeschlossen werden Magnetsysteme an den Phono-Eingang eines Verstärkers.


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Ein magnetischer Tonabnehmer (MM-System)


MC-System (Moving-Coil-System)
Übersetzt heißt das soviel wie bewegte Spule. Hier befindet sich der Magnet im Gehäuse des Tonabnehmers und die Spule sitzt auf dem Träger der Abtastnadel. Durch die Schwingungen der Abtastnadel bewegt sich die Spule in dem Magnetfeld und erzeugt eine Spannung. Da die Spule nicht zu schwer werden darf, hat sie weniger Windungen als die Spulen von MM-Systemen. Die Folge ist auch eine geringere Ausgangsspannung. Sie liegt etwa zwischen 0,1 und 0,6 Millivolt. Daher brauchen MC-Systeme einen speziellen Vorverstärker. Normale Phonoeingänge sind immer für MM-Systeme gebaut. Gute HiFi-Verstärker haben aber die Möglichkeit, zwischen MM- und MC-Systemen umzuschalten.

Weiterhin gibt es MC-Systeme mit höherer Ausgangsspannung, sogenannte High-Output-MC-Systeme. Sie haben in etwa die gleichen Ausgangsspannungen wie ein MM-System.

Früher gab es auch die keramischen oder Kristalltonabnehmer. Sie liefern eine hohe Ausgangsspannung und können daher an einen normalen Hochpegeleingang (Aux) angeschlossen werden.


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Ein Bild wie aus alten Zeiten -
ein magnetischer Tonabnehmer im Betrieb



Anschluß von Plattenspielern

Alle Plattenspieler mit Magnet-Systemen (MM) werden an den sogenannten Phonoeingang eines Verstärkers angeschlossen. Das hat zwei Gründe: Erstmal ist die Ausgangsspannung für einen normalen Aux- oder Hochpegeleingang viel zu gering und zweitens benötigt das Signal vom Tonabnehmer eine Frequenzgangkorrektur.

Diese Frequenzgangkorrektur geschieht nach einer genormten Kennlinie, der RIAA-Kennlinie. In Wirklichkeit werden tiefe Frequenzen bei der Schallplattenaufnahme abgesenkt, weil die Auslenkungen der Rillen sonst so groß wären, daß die Nadel der Rille nicht mehr folgen könnte und springt. Gleichzeitig werden die hohen Frequenzen bei der Aufnahme angehoben um den Abstand zu Störgeräuschen wie Rauschen usw. zu verbessern. Dies geschieht ebenfalls nach der RIAA-Kennlinie. Die eigentliche Aufnahme auf der Schallplatte ist also baßschwach und stark höhenbetont.

Bei der Wiedergabe wird der ursprüngliche Frequenzgang mit Hilfe der RIAA-Kennlinie wiederhergestellt, die tiefen Frequenzen also im gleichem Verhältnis wie bei der Aufnahme wieder angehoben und die hohen abgesenkt. Dies geschieht im Phonoeingang des Verstärkers, der neben der Frequenzgangkorrektur auch das Signal soweit verstärkt, das es dem eigentlichen Verstärker zugeführt werden kann.

Der Phoneingang eines Verstärkers enthält also einen Vorverstärker mit Frequenzgangkorrektur nach RIAA. Man bekommt solche Phono-Vorverstärker, die an einem normalen Aux-Eingang angeschlossen werden, auch als seperate kleine Geräte. Diese sind sehr hilfreich, weil viele Verstärker heute gar keinen Phonoeingang mehr haben!

Plattenspieler mit Moving-Coil-Systemen (MC) benötigen wegen der geringeren Ausgangsspannung einen speziellen Phonoeingang. Nicht jeder Verstärker besitzt einen solchen. Es gibt aber Phono-Vorverstärker zu kaufen, an denen man auch MC-Systeme betreiben kann. Meist lassen sich diese wahlweise auf MM oder MC umschalten.



Tonabnehmersystem und Tonarm

Der Tonabnehmer muß zum vorhandenen Tonarm passen! Es gibt leichte, mittelschwere und schwere Tonarme. Bei den Tonabnehmern ist die sogenannte Nadelnachgiebigkeit wichtig. Sie gibt an, wieviel Kraft erforderlich ist, um die Nadel zu bewegen. Bei einer geringen Nadelnachgiebigkeit von 10µm/mN und weniger ist die Nadel recht "steif". Ein solches System gehört in einem schweren Tonarm. Bei einer hohen Nadelnachgiebigkeit von 25µm/mN und mehr handelt es sich um eine "weiche" Nadel. Sie läßt sich sehr leicht bewegen. Ein solches System gehört in einen leichten Tonarm. Systeme mit mittleren Nadelnachgiebigkeiten von 10µm/mN bis 20µm/mN passen in fast jeden Tonarm.


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