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Reinigung und Pflege


Die hier erwähnten Tips gelten für Tape-Decks, Cassettenrecorder und Tonbandgeräte gleichermaßen.



Reinigung

Die Bandführungsteile sowie die Köpfe sollten stets sauber sein und es auch bleiben. Ablagerungen von Bandstaub auf Köpfen und Andruckrollen verschlechtern die Tonqualität besonders im Hochtonbereich.

Die bei Tape-Decks und Cassettengeräten üblichen Reinigungscassetten mit Trockenbändern sind immer mit Vorsicht genießen, denn sie können mehr schaden als nutzen, indem sie die Köpfe abschleifen.

Vernünftige Reinigungscassetten, wie ich sie habe, haben Watte- oder Filzbäusche, die über den Köpfen und der Andruckrolle befinden, und sich langsam durch den Antrieb der Cassette hin- und herbewegen. So werden diese Teile beim laufenden Antrieb reinigt. Zuvor gibt man etwas reinen Alkohol auf die Filz- oder Wattebausche. Zu empfehlen sind diese Reinigungscassetten besonders an schlecht zugänglichen Stellen, z. B. beim Autoradio. Allerdings weiß ich nicht, ob man diese heute noch bekommt.

Bei gut zugänglichen Stellen wie z. B. beim Tape-Deck, Cassettenrecorder oder Tonbandgerät sollte man manuell reinigen. Bei den meisten Tonbandgeräten kommt man leicht an die Köpfe, bei Tape-Decks ist die durchsichtige Kunststoffklappe des Cassettenfaches etwas störend, die man aber bei vielen Geräten in bestimmter Weise herausnehmen kann. Wie das genau geht, steht in der Bedienungsanleitung des Tape-Decks, denn das ist oft bei jedem Gerät etwas anders! Nach Herausnahme der Kunststoffklappe sind auch bei einem Tape-Deck die Bandführungsteile gut zugänglich.

Zur Reinigung nimmt man ein Wattestäbchen und tränkt dieses mit reinem unverdünnten Alkohol (Isopropanol aus der Apotheke). Damit werden anschließend die Köpfe gereinigt. Dabei sollte man das Wattestäbchen immer in Laufrichtung des Bandes hin- und herbewegen. Bei Bewegungen quer dazu besteht die Gefahr, daß sich die Einstellungen der Köpfe verstellen können. Nach diesem Vorgang wiederholt man das ganze gleich mit einem trockenem Wattestäbchen, damit der vom Alkohol gelöste Schmutz auch entfernt wird und nicht am Kopf zurückbleibt.


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Diese vier Teile sollten regelmäßig gereinigt werden


Nach der Reinigung der Köpfe wird die Andruckrolle und die silberne Antriebswelle (Capstan) in gleicher Weise gereinigt. Dazu stellt man das Gerät am besten ohne Cassette auf Wiedergabe und drückt das mit Alkohol getränkte Wattestäbchen leicht gegen die Andruckrolle. Je nach Verschmutzung der Andruckrolle sollte man das schon eine Minute lang machen. Nach kurzer Zeit sieht man auf dem Wattestäbchen meist dunkle Ablagerungen. Man kann das je nach Verschmutzung einige Male wiederholen. Anschließend wird das gleiche bei der silbernen Antriebswelle (Capstan) gemacht. Hier sollte man nicht zu stark drücken, damit die Welle nicht verbogen wird.


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Der Autor beim Reinigen eines Tape-Decks


Nach dem Reinigen sollte man das Gerät nicht sofort wieder betreiben, sondern schon eine halbe Stunde warten, damit Alkoholrückstände wirklich komplett verdunsten können, da sie sonst die Bänder beschädigen!



Entmagnetisierung der Köpfe

Durch das ständig über die Köpfe laufende magnetische Tonband werden die Köpfe sowie die Bandführungsteile mit der Zeit selbst leicht magnetisch. Dieser Restmagnetismus von Köpfen und Bandführungsteilen kann wiederum das Tonband besonders bei den hohen Frequenzen teilweise anlöschen und so die Aufnahmen verschlechtern.

Daher sollte man diesen Restmagnetismus regelmäßig entfernen, wozu eine Entmagnetisierdrossel verwendet wird. In den 80er Jahren konnte man diese in vielen Elektronikgeschäften kaufen. Heute ist sie dagegen rar geworden.


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Entmagnetisierdrossel


Bevor man mit dem Entmagnetisieren beginnt, sollte man im Umkreis von 2 Metern alle Magnetbänder wie Ton- und Videocassetten, Disketten usw. entfernen, bzw. die Entmagnetisierung an einem anderen Ort durchführen! Das starke Magnetfeld der Drossel entfernt nicht nur den Magnetismus an Tonköpfen, sondern auch denjenigen auf Magnetbändern, wodurch vorhandene Aufnahmen angelöscht oder gar komplett unbrauchbar werden. Weiterhin muß das Tape-Deck oder Tonbandgerät unbedingt ausgeschaltet werden und die Tonleitungen vom Verstärker getrennt werden.

Nachdem man die Drossel eingeschaltet hat, bewegt man deren Spitze langsam und möglichst dicht über die Köpfe und metallischen Bandführungsteile. Am besten macht man das in Form kleiner kreisender Bewegungen. Man sollte die Köpfe aber nicht mit der Spitze der Drossel berühren. Zum Schutz der hochglanzpolierten Köpfe haben viele Drosseln eine Gummitülle über der Spitze. Mit dieser ist eine Berührung der Köpfe allerdings ungefährlich. Anschließend entfernt man die Drossel in weiteren kreisenden Bewegungen langsam und gleichmäßig von den Köpfen. Ist sie etwa einen halben Meter entfernt, kann man sie abschalten.

Für schwer zugängliche Stellen wie z. B. bei Cassettengeräten im Auto gab es auch spezielle Entmagnetisiercassetten.



Umgang mit Bändern und Cassetten

Bei der richtigen Lagerung von Tonbändern und Cassetten behalten sie die aufgezeichneten Informationen Jahrzehntelang.

1. Bandmaterial vor Feuchtigkeit schützen!

Bandmaterial sollte nur in trockenen und ständig beheizten Räumen aufbewahrt werden! Im Keller, der Garage oder auf dem Dachboden haben Cassetten und Tonbänder nichts verloren. Auch sollte Bandmaterial nicht in Schränken aufgehoben werden, die dicht an Außenwänden stehen. Bei schlecht gedämmten und daher kalten Außenwänden kann sich so Kondenswasser und Schimmel bilden und dann sind die Bänder unbrauchbar! Am besten die Schränke zur Lagerung an Innenwände stellen und nur wenns gar nicht anders geht, den Schrank mindestens 15 cm von der Außenwand entfernt abstellen!

2. Bandmaterial vor Staub, Kälte und Hitze schützen!

Bandmaterial soll in einem möglichst staubarmen Raum aufgehoben werden. Die Werkstatt im Keller, wo geschliffen und gefeilt wird, ist kein geeigneter Platz! Wird eine Cassette oder ein Tonband aus einem kalten Raum, z. B. ein Fahrzeug, ins warme gebracht, so sollte es sich zunächst 1 Stunde oder länger an die Temperatur anpassen, bevor es in das Gerät gelegt wird. Ein kaltes oder feuchtes Band (Kondenswasser) darf niemals abgespielt werden!

3. Bandmaterial vor starken Magnetfeldern schützen!

Die Informationen sind in magnetischer Form auf dem Band enthalten. Es ist logisch, daß diese magnetischen Informationen auf dem Band von starken äußeren Magnetfeldern teilweise oder ganz gelöscht werden können! Daher sind jegliche Magnetbänder vor starken Magnetfeldern zu schützen! Tonbänder und Cassetten dürfen daher niemals in unmittelbarer Nähe von Lautsprecherboxen, Fernsehgeräten, Trafos oder Dauermagneten abgelegt und schon gar nicht aufbewahrt werden.

4. Bandmaterial vor Stößen und Vibrationen schützen!

Cassetten und Tonbänder nicht fallen lassen oder an Orten aufheben, wo starke Vibrationen herrschen, z. B. auf dem Werktisch usw.

5. Das Band nicht berühren!

Das Magnetband soll nicht mit dem Finger berührt werden.

9. Cassette oder Tonband nach der Benutzung wieder zurückspulen!

Cassetten sollten nach der Benutzung wieder ganz bis zum Anfang zurückgespult werden, bevor man sie in den Lagerschrank zurück legt. Es sei denn man benutzt die Cassette am nächsten Tag weiter oder es handelt sich um eine "aufnahmebereite" Cassette, die nebem dem oder im Gerät liegt.



Schmierende Bänder

Dieses Ärgernis tritt besonders bei alten Tonbändern auf und wird auch als Bandschmieren bezeichnet. Die Ursache ist eine langsame Auflösung des Klebebinders zwischen der Magnetschicht und dem Trägermaterial. Läßt man ein solches Band laufen, bilden sich auf den Köpfen, der Andruckrolle und den silbernen Wellen rotbraune Ablagerungen und die Wiedergabe wird rasch sehr dumpf und schlecht. Bei starken Bandschmieren kann auch der Umspulvorgang deutlich abgebremst werden und das Band quietscht.

Eine Abhilfe ist hier schwierig. Man kann beim Umspulen ein sauberes und trockenes Mikrofasertuch leicht gegen das Band drücken, so daß sich ein Teil der Ablagerungen auf dem Tuch sammelt. Allerdings ist das nicht immer ratsam, und wenn ein Band sowieso beginnt zu schmieren, kann man das nicht wieder rückgängig machen!

Man sollte die betroffenen Bänder also möglichst schnell auf ein neues Band umkopieren. Es gibt Berichte, wo schmierende Bänder im Backofen bei 50 Grad behandelt wurden, nur habe ich sowas noch nie ausprobiert, weil ich wenig Tonbänder habe. Auch müssen die Bänder für diese Behandlung auf Aluminiumspulen gewickelt werden, da die normalen Kunststoffspulen sich durch die Wärme verformen würden.


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