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Spulentonband


Im Jahr 1935 wurde in Berlin von der Firma AEG das erste Tonbandgerät, das Magnetophon K1 vorgestellt. Seitdem hat sich die neue Technik langsam ausgebreitet. Zuerst im Rundfunk- und Studiobereich, dann auch im Heimbereich. Die ersten Tonbandgeräte benutzten zur Verstärkung der Signale noch Röhren, später wurden diese dann durch Transistoren ersetzt.

In den 60er und 70er Jahren waren Spulentonbandgeräte auch im Heimbereich weit verbreitet. In meiner Kindheit in den 70er Jahren habe ich sie oft gesehen. Mein Vater machte damit manchmal Sprachaufnahmen von mir und Bekannte brachten oft ein Tonbandgerät mit, um damit bei uns Schallplatten aufzunehmen.


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Spulentonbandgerät für den Heimgebrauch


Ende der 70er Jahre wurden im Heimbereich die Spulentonbandgeräte langsam von der Compact-Cassette verdrängt.



Band

Die Breite des Tonbandes betrug zunächst 6,5 Millimeter und wurde später auf 1/4 Zoll (6,35 mm) geändert. Daneben gibt es auch Bänder mit bis zu 2 Zoll Breite.

Das Tonband selbst wird auf freiliegende Spulen aufgewickelt, die aus Kunststoff oder Aluminium sein können. Aluminiumspulen werden oft im professionellem Bereich verwendet, allerdings haben diese auch mehr Masse und belasten den Antrieb eines Tonbandgerätes stärker. Rein von der Logik her sind die leichteren Kunststoffspulen die besseren. Aber geht ja manchmal auch mehr ums Aussehen...

Es gibt kleine und große Spulen. Gängige Spulendurchmesser sind 6, 8, 10, 13, 15, 18, 22 und 26,5 cm. Auf kleineren Heimgeräten lassen sich oft nur Spulen mit bis zu 15 cm Durchmesser legen.

Das Tonband selbst besteht aus einem Trägermaterial, auf dem die Magnetschicht aufgebracht wird. Bei Spulentonbändern wird dazu vor allem Eisenoxid (Fe2O3) verwendet. Für eine Aufzeichnung hoher Frequenzen ist es nötig, daß diese Eisenoxidteilchen möglichst klein sind.

Bei hochwertigen Bändern wird zum Teil auch Chromdioxid (CrO 2) als Magnetschicht benutzt. Solche Bänder sind allerdings nur für bestimmte und nicht für alle Tonbandgeräte geeignet!



Spurlagen

Beim Tonband gibt es verschiedene Spurlagen. Diese sind durch das verwendete Tonbandgerät und deren Köpfen festgelegt. Anhand der Köpfe kann man die Anzahl der Spuren eines Tonbandgerätes sofort erkennen.


Vollspur

Hier gibt es nur eine einzige Spur, welche die volle Breite des Bandes einnimmt. Die Tonqualität ist hier am besten, weshalb diese Geräte vor allem im Studiobereich benutzt wurden. Allerdings läßt sich damit nur ein einziger Kanal (Mono) aufnehmen!


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Vollspur


Halbspur

Bei der Halbspur gibt es zwei Tonspuren, wobei jede etwa die halbe Breite des Bandes einnimmt. Damit lassen sich auf einem Band entweder zwei Monosignale einzeln aufzeichnen und wiedergeben, wobei man mit Hilfe eines Umschalters zwischen den beiden Spuren wechseln kann, oder eben ein Stereosignal mit linkem und rechtem Kanal.

Zwischen den Spuren gibt es einen Freiraum, den man als Rasen bezeichnet. Hier kann z. B. noch eine Synchronisationsspur liegen.


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Halbspur


Viertelspur

Hier gibt es vier Spuren auf dem Tonband. Es lassen sich damit z. B. vier verschiedene Monosignale einzeln aufnehmen und wiedergeben, wobei man mit Hilfe eines Umschalters zwischen zwei Spuren wechseln kann. Um die anderen beiden Spuren zu nutzen, muß das Band umgedreht werden. Oder es lassen sich zwei verschiedene Stereosignale aufzeichnen und wiedergeben, wobei für die Aufzeichnung oder Wiedergabe des zweiten Stereosignals das Band umgedreht werden muß.


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Viertelspur

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Viertelspur - nach dem Umdrehen des Bandes




Bandlaufgeschwindigkeiten

Die Bandlaufgeschwindigkeit beeinflußt stark die Tonqualität. Je größer diese ist, desto mehr Band steht dem Tonsignal pro Zeiteinheit zur Verfügung und desto besser ist die Tonqualität! Andererseits wird durch eine hohe Bandlaufgeschwindigkeit die Spielzeit eines Bandes deutlich kürzer.

Die Bandlaufgeschwindigkeit bei den ersten Tonbandgeräten betrug etwa 77 cm/s (Zentimeter pro Sekunde). Für sehr hochwertige Aufnahmen im Studiobereich werden 76 cm/s verwendet. Im Rundfunkbereich sind 38 cm/s und 19 cm/s der Standard. Bei Heimgeräten waren 9,5 cm/s normal und für reine Sprachaufnahmen gab es noch 4,75 cm/s.



Vorspannbänder

Das Vorspannband ist bei Heimanwendungen grün und auf der anderen Seite rot. Bei professionellen Anwendungen gibt es noch andere Farben, die genormt sind. Sie hängen von der Bandlaufgeschwindigkeit und der Aufnahmeart ab und sind in der folgenden Tabelle zusammengetragen.


Farbe cm/s Aufnahmeart
Grau 9,5 Mono
Grau-Weiß 9,5 Stereo
Blau 19 Mono
Blau-Weiß 19 Stereo
Blau-Weiß-Schwarz 19 Stereo mit Timecode
Rot 38 Mono
Rot-Weiß 38 Stereo
Rot-Weiß-schwarz 38 Stereo mit Timecode
Weiß 76 Mono
Weiß-Schwarz 76 Stereo
Gelb Alle Trennung oder Ende


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