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Die 80er Jahre - Kultzeit!


Diese Zeit hatte irgendwie was - es hängen auch viele Erinnerungen mit ihr zusammen. Man hat hier seine Jugend, die Schulzeit und die Ausbildung verbracht. Dazu gab es die typische Popmusik der 80er Jahre die damals ja aktuell war! Einige bekannte Musikstücke werde ich zusätzlich erwähnen. Auch gab es damals überwiegend noch Schallplatten und Cassetten.



Logbuch 1982 bis 1989

Oktober 1981:
Neben dem Basteln bin ich seit diesem Zeitpunkt mit dem Ansehen eines kleinen Buches auch der Astronomie verfallen

Juni 1982:
Mein Zimmer wurde umgebaut und ich bekam neue Schränke. Die Eisenbahn und die Bastelecke aus dem Keller kamen in das Zimmer hinein. Dazu wurde das vorherige Sofa geopfert. Die Bastelecke wurde in einem Schreibpult eingerichtet (Schreibtisch mit Regal drauf). Hier sortierte ich die großen Kondensatoren, Batterien, Glühlampen, Motoren, Kabel, Bauteile, Werkzeuge und vieles mehr sorgfältig in die Regalfächer ein.


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Das neue Zimmer des Autors im Juni 1982
Rechts wurde die Bastelecke eingerichtet


Oktober 1982:
Ständiges Basteln an der Eisenbahnanlage. Unter der Platte sammelten sich schnell umfangreiche Mengen von Klingeldrähten an. Für die weit über 100 Lämpchen mußte schließlich ein eigener Trafo mit der entsprechenden Leistung her! Abends sinnierte ich oft im Märklin-Katalog und sah mir die tollen Dinge darin an. Dabei hörte ich "Words" von F. R. David. Neu war auch die Neue Deutsche Welle mit "Nur geträumt" (Nena) oder "Ich seh den Sternenhimmel" (Hubert Kah).


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Die Eisenbahn im März 1983


November 1982:
In der Hauptschule kam im Physikunterricht das Thema Elektrizität dran. Ich kannte natürlich schon (fast) alles und machte meinem Lehrer teilweise sogar noch was vor. Die anderen in meiner Klasse staunten nur, woher ich das alles wußte. Das Physikbuch, welches wir in der Schule benutzten, fand ich so gut, daß ich es schließlich selbst in einer Buchhandlung bestellte. Seitdem wußte ich fast immer, was das nächste Mal im Physikunterricht dran kam....


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Die Mengen von Klingeldrähten unter der Eisenbahnplatte....


Juni bis August 1983:
In einer kleinen Holzhütte, die ich im Garten meiner Eltern hatte, baute ich Beleuchtung mit kleinen Batterielämpchen ein. Als Leitungen verlegte ich richtige Netzleitungen und -schalter. Zuerst verwendete ich große 9 Volt Batterien, später folgte ein alter und großer 12 Volt Bleiakku. Mittlerweile nahm ich schon oft die aktuellen Hits auf wie "I Like Chopin" (Gazebo), " Flashdance - What A Feeling" (Irene Cara), "Africa" (Rose Laurens), "Juliet" (Robin Gibb), "Codo" (DÖF), "Safety Dance" (Men Without Hats), "Moonlight Shadow;" (Mike Oldfield) oder "Lets Dance" (Davied Bowie).

Oktober 1983:
Für jeden in meiner Hauptschulklasse stand zweimal ein je zweiwöchiges Betriebspraktikum an. Jeder konnte sich zwei Berufe aussuchen. Ich entschied mich für den Elektroinstallateur und den Radio- und Fernsehtechniker. Im ersten Praktikum lernte ich schnell den Arbeitstag eines Elektroinstallateurs kennen, da ich ständig auf Montage überall in Kiel mitgenommen wurde. Leitungen verlegen, Klingelanlagen und Verteiler installieren, Deckenlampen und Elektroherde anschließen sowie Leuchtstofflampen wechseln waren einige Tätigkeiten davon. Natürlich fragte ich die Monteure auch einiges, was mich so interessierte. Daneben konnte ich einige Dinge wie alte Schmelzsicherungen, Leitungsstücke oder Sicherungskappen mitnehmen, die sonst in den Müll gekommen wären.

November 1983:
Ich machte das zweite Praktikum als Radio- und Fernsehtechniker. Einmal sollte ich die Funktion eines Radiorecorders überprüfen. Ich ging in die Radiowerkstatt, die von zwei jüngeren Mitarbeitern betreut wurde und verlangte eine Testcassette. Dann bekam ich von einem Mitarbeiter eine Cassette und er sagte zum Testen soll ich immer diese Cassette nehmen! Warum? Da waren nämlich die aktuellen Hits drauf, z. B. "Gold" (Spandau Ballett), "Maniac" (Michael Sembello), "You" (Boytronic), "Come Back And Stay" (Paul Young) oder "Lunatic" (Gazebo).

März 1984:
Ich entschloss mich, den Beruf des Elektroinstallateurs zu wählen, weil für den Radio- und Fernsehtechniker gerne ein höherer Schulabschluß gesehen wurde und ich auch in Mathematik nicht so gut war. So wollte ich nach dem Hauptschulabschluß im Sommer 1984 noch zwei Jahre die Berufsfachschule Elektrotechnik in Kiel-Gaarden besuchen.


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Die Bastelecke im Sommer 1984
Schon recht voll geworden...


April 1984:
Ich spendierte meiner Bastelecke einen kleinen Sicherungskasten mit zwei 6 Ampere Automaten und einen Zähler. Dies wurde mit einem normalen Stecker an die Steckdose angeschlossen. Da die Steckdose hinter dem Schrank war, bestand keine Gefahr das der Stecker einmal umgepolt wurde.

Juni 1984:
Zusammen mit meinem damaligen Bastelfreund fuhr ich häufig mit dem Fahrrad herum und mit zwei Handgurken machten wir CB-Funk. Damals war noch richtig was los auf den Kanälen! Einige Male probierte ich auch Kontakt zu laufenden Gesprächen aufzunehmen. Nur war eben die Reichweite einer Handgurke begrenzt.

Juli 1984:
Ich verließ die Hauptschule mit einen erfolgreichen Abschluß. Es gab noch eine kleine Abschlußfeier in der Kellerbar bei den Eltern einer Mitschülerin. Zu meiner kleinen Holzhütte im Garten legte ich ein Erdkabel und installierte dort einige Steckdosen. Zusätzlich baute ich eine kleine Verteilung mit einem 6-Ampere Sicherungsautomaten ein. Zusammen mit meinem damaligen Bastelfreund machte ich sogar einen kleinen Anbau. Dank des Netzanschlusses konnten wir mit dem Radiorecorder in der Hütte nun auch Musik hören. Die Titel "Self Control" (Laura Branigan), "Send Me An Angel" (Real Life), "Big in Japan" (Alphaville), "People Are People" (Depeche Mode)," und "Wouldn't It Be Good" (Nik Kershaw) erinnern lebhaft an diesem Sommer.

August und September 1984:
Es ging auf die Berufsfachschule Elektrotechnik in Kiel-Gaarden. Hier lernte ich die Grundlagen der E-Technik. Im Bereich Fachpraxis wurden zunächst Ösen gebogen, Lötwürfel gebastelt und später Schutzkontakt- und CEE-Verlängerungen hergestellt. Einige meiner eigenen "Werke" nahm ich mit nach Hause und legte sie auf das Regal. Abends liefen zu Hause oft die Musikstücke "Square Rooms" (Al Corley), " Flesh For Fantasy" (Billy Idol), "Ghostbusters" (Ray Parker), "Dr. Beat" (Miami Sound Machine), "Precious Little Diamond" (Fox The Fox) oder "I Just Called To Say I Love You" (Stevie Wonder).


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Die Beruflichen Schulen in Gaarden
Fachbereich E-Technik


Oktober 1984:
Die Eisenbahnanlage auf der Holzplatte war schon lange fertig und das Interesse daran hat immer weiter abgenommen. Ich wollte viel lieber wieder eine Sitzecke mit Sofa haben und so entschied ich nach langem Überlegen, daß die Eisenbahn erstmal auf den Dachboden sollte. Das Zimmer räumte ich anschließend um; die Schränke und die Bastelecke kamen dorthin wo die Eisenbahn stand, und an dem so entstandenen freien Platz ein neues Sofa und ein Tisch. Die Eisenbahn wurde später an einen Bekannten meiner Eltern abgegeben, der dafür einen eigenen großen Kellerraum zur Verfügung hatte. Von ihm bekamen wir leihweise einen Videorecorder (Video 2000). Es war schon ein Abenteuer, Filme jederzeit sehen zu können unabhängig vom Fernsehen! Besonders mochten wir damals Filme mit Louis de Funes, von denen wir auch welche zum mitbekommen hatten.


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Das Zimmer nach dem Umbau im Oktober 1984


November 1984:
Ich bekam das erste Mal die Elektronik Fachzeitschrift "Elo". Für mich war diese ideal, da sie leicht verständlich geschrieben war! So blieb ich bei dieser Zeitschrift.

In der Elo waren auch viele Anzeigen bekannter Elektronikversandfirmen. Es dauerte nicht lange und ich machte meine erste Bestellung bei Völkner-Electronic, damals noch per Postkarte. Schon bald bekam ich den Katalog und seitdem bestellte ich dort öfters einige Kleinigkeiten im Rahmen des Taschengeldes. Damals durfte ich ja auch noch nicht selbst unterschreiben....

Der geliehene Videorecorder ging leider kaputt. Der Bekannte meiner Eltern nahm ihn wieder an sich.

Dezember 1984:
Einige einfache Versuche zur Versuche zur Elektrizität. Die Anregungen dafür bekam ich aus einem Physikbuch, wo einfache Versuche über die Anziehung und Abstoßung von aufgeladenen Folien und Luftballons beschrieben wurden. Man war eben neugierig und mußte alles selbst ausprobieren!

Mein Nachbar, der drei Jahre jünger war als ich, erzählte mir, daß er zu Weihnachten einen Heimcomputer bekommen sollte. Ich wußte (noch) gar nicht, was das überhaupt ist...


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Einfache Versuche zur Elektrizität
links: Zwei negativ aufgeladene Folien stoßen sich ab
rechts: eine negativ aufgeladene Folie und ein positiv aufgeladener Luftballon ziehen sich an


Meine Eltern entschlossen sich selbst einen Videorecorder anzuschaffen. Mit etwa 1400 DM waren diese Geräte damals noch recht teuer. Aber mit Abzahlung, was bei Quelle möglich war, konnten wir uns das leisten. Den neuen Videorecorder bekam gleich ich in die Hände, da ich schon damals als der Techniker im Haus galt. Nachdem ich mich einige Tage damit beschäftigt habe, war ich gut mit der neuen Technik vertraut. Und natürlich wurde auch gleich ein Spätfilm aus dem TV-Programm aufgenommen. Zu Weihnachten bekam ich das Buch "Elektronik ohne Ballast".


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Die Bastelecke im Januar 1985
Oben links der neue Videorecorder!


Januar 1985:
Erster Kontakt mit Heimcomputern! Mein Nachbar zeigte mir stolz seinen neuen Commodore C-64 mit Diskettenlaufwerk 1541 und einem Monitor. Auf diesem spielten wir einige Spiele, die er damals hatte.

Februar 1985:
Nach einer Anregung aus dem neuen Elektronikbuch von den wichtigsten Beiträgen der Elektronikzeitschriften "Elo" Kopien gemacht und diese sortiert nach Themen in einen Ordner geheftet.

April 1985:
Nachdem ich einiges an Geburtstags-, Weihnachts- und Konfirmationsgeld gespart hatte, wollte ich mir eine neue Stereoanlage aus Einzelgeräten zusammenstellen. Ich ging damals mit Mutter zu Brinkmann und ließ mich beraten. Schließlich entschied ich mich für einen Receiver und 3-Wege-Boxen von ITT. Von Quelle kam noch ein Tape Deck von Universum dazu. Alles zusammen kostete etwa 600 DM, was schon ein stolzer Preis für einen Jugendlichen unter 18 war! Ich erinnere mich noch sehr gut an das Hustenlied "Disco Band" von Scotch. Weitere aktuelle Hits waren "Easy Lover" (Philip Baily), "One Night In Bangkok" (Murray Head), "Sussudio" (Phil Collins), "Shout" (Tears For Fears), "Tarzan Boy" (Baltimora) oder "You're My Heart You're My Soul" (Modern Talking). Wenig später folgte noch ein neuer Plattenspieler von CEC mit Direktantrieb.

Mai 1985:
In Bereich Fachpraxis auf der Berufsfachschule Elektrotechnik bauten wir mittlerweile Installationsschaltungen auf Holzbrettern auf. In meiner Klasse fand ich bald einen neuen Freund, der total elektronikbegeistert war und ein recht umfangreiches Wissen hatte. Er gab mir viele gute Tips für die Stereoanlage, auch für ein neues Tape-Deck, das ich mir im Herbst kaufen wollte. Dieses sollte Dolby B und bei der Aussteuerungsanzeige schon 10 Leuchtdioden pro Kanal haben. Seitdem benutzte ich nach seiner Empfehlung auch nur noch gute Cassetten von TDK, auf denen ich jeden Samstag die Neuzugänge der NDR2-Hitparade mit Wolf-Dieter Stubel aufnahm. Wer kennt ihn übrigens noch? Andere gingen am Samstagabend in Diskos - dafür konnte ich mich aber nie so richtig begeistern.

Juni 1985:
Von meinem Vater ein Doppelnetzteil mit einstellbarer Spannung und Strom bekommen.

Juli 1985:
Zusammen mit meinem Nachbarn oft an seinem Commodore C-64 Summergames und Donkey Kong gespielt.

August 1985:
Von einem Bekannten meiner Eltern erhielt ich leihweise einen Atari 2600 - ein Spielecomputer für Steckkassetten. Zuerst interessierte mich das gar nicht so ("Was soll ich damit?"), aber bald wurde dieser zu einer sehr beliebten Freizeitbeschäftigung! Ich spielte häufig "Pac-Man", "Return of the Jedi" oder "Enduro". Dabei liefen natürlich die Sommerhits von 1985 wie "We Don't Need Another Hero" (Tina Turner), "Maria Magdalena" (Sandra), "Into The Groove" (Madonna), "Dont't Be So Shy" (Moti Special) oder "Blue Night Shadow" (Two Of Us).

September 1985:
Mit dem Atari spielte ich sehr oft und der Fernseher stand dazu ungünstig, weil oben auf einem Regal an der Wand. So baute ich mein Zimmer abermals um. Die Schränke und die Bastelecke kamen dorthin wo das Sofa stand (also dort, wo sie 1982 standen), und das Sofa an die frei gewordene Wand. Der Fernseher wurde schräge neben das Sofa platziert, in einem Abstand von etwa 1,5 Metern, und nun konnte ich ordentlich spielen.

Oktober 1985:
Zum Geburtstag auf meinem Wunsch selbst einen Atari 2600 bekommen. Zusammen mit meinem früheren Bastelfreund (nicht den aus der Berufsschule) spielte ich stundenlang am Atari und gespannt warteten wir darauf, das einer mal "die nächste Stufe" erreichte... Die Hits "Cherish" (Kool & The Gang), "Take On Me" (Aha), "Running Up That Hill" (Kate Bush) oder "Say I'm Your Number One" (Princess) erinnern noch sehr daran.


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Das Autorennspiel "Enduro" auf dem Atari 2800
So sahen die Spiele damals aus - alles in einer Grafik mit sage und schreibe 16 Farben!


November 1985:
Kauf eines neuen Tape-Decks von JVC für 299 DM vom gespartem Geld bei Brinkmann. Jetzt hatte ich auch Dolby B! Die Reinigung des Tonkopfes und der Bandführungsteile übernahm ich selbst mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen. Diese Zeit ist lebhaft in Erinnerung geblieben, aktuelle Hits waren damals "The Sun Always Shines On TV" (Aha), "I'm Your Man" (Wham), "Alive And Kicking" (Simple Minds), "Vienna Calling" (Falco) oder "Broken Wings" (Mr. Mister), aufgenommen auf die SA90 von TDK.


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Die Stereoanlage Anfang 1986


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Eine Cassette von TDK mit aktuellen Hits im Tape-Deck
z. B. von A-ha "The Sun Always Shines On TV"...


Dezember 1985:
Versuche das Fernsehbild, welches besonders auf dem zweiten und dritten Programm nicht sehr gut war, zu verbessern. In der Garage lag eine alte Dachantenne herum. Ich nahm das UHF-Teil und schraubte es auf einen alten Sonnenschirmständer, den ich draußen aufstellte. Als ich den Fernseher daran anschloß fielen mir fast die Augen heraus - so gut war plötzlich das Bild! Natürlich konnte das Fenster wegen dem Antennenkabel nicht ständig aufbleiben und so stellte ich diese Konstruktion kurzerhand in mein Zimmer. Das sah zwar etwas komisch aus, gab aber trotzdem ein erstklassiges Bild, was besonders für Videoaufzeichnungen von großer Bedeutung war!


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Eine UHF-Dachantenne im Zimmer des Autors
Diese Konstruktion gab ein erstklassiges Bild,
Aquarien hatte ich damals auch noch...


Januar und Februar 1986:
Es folgte ein Commodore C-16, den man damals für 150 DM als Komplettpaket bei Aldi kaufen konnte. An diesem probierte ich die nächsten Monate viele einfache Basic-Programme aus, die im Handbuch als Listing vorhanden waren. Das machte so viel Spass, das ich am Wochenende meist bis 2 Uhr nachts dabei war. Dabei lief immer eine Cassette mit den aktuellen Hits wie "Little Girl" (Sandra), "When The Going Gets Tough" (Billiy Ocean), "The Promise You Made" (Cock Robin), "Sara" (Starship), "Party All The Time" (Eddie Murphy) oder "Brother Loui" (Modern Talking).


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Die Bastelecke im Januar 1986
Rechts der Bildmitte sieht man das Doppelnetzteil


Bald programmierte ich auf dem C-16 einfache Geräusche. Da der C-16 nur zwei verschiedene Töne ("Stimmen") zur gleichen Zeit erzeugen konnte, stieß ich recht schnell an seine Grenzen. Die Speicherung der Programme geschah zunächst auf Cassetten (Datasette). Diese waren jedoch sehr langsam und häufig gab es Lesefehler ("Read Errors").

März 1986:
Mein Freund aus der Berufsfachschule Elektrotechnik in Gaarden zeigte mir, wie man den Tonkopf der Datasette richtig einstellte. Die Datasette wurde aufgeschraubt und mit zwei Krokodilklemmen provisorisch eine Verbindung zum Stereoverstärker hergestellt. Der Tonkopf wurde dann so eingestellt, daß die Töne von der Cassette möglichst hell klingen. Nur war diese Einstellung für fast jede Cassette anders! In dieser Zeit lernten wir auch viel bei mir für die im Sommer anstehende Abschlußprüfung. Nach dem Lernen wurden die Unterlagen weggelegt und wir quatschten noch viel über Elektronik, Commodore-Computer oder die Stereoanlage. Er meinte auch das mein Plattenspieler etwas wenig Höhen hätte und das ich dort mal ein anderes Tonabnehmersystem einbauen sollte. Besonders "If You Leave" von OMD erinnert mich noch an diese Zeit.

April 1986:
Langsam wurde der Platz vorm Sofa für den Commodore doch etwas zu eng. Fernseher und Computer stellte ich an eine andere Wand, zuerst provisorisch auf einen Tisch. Kurze Zeit später folgte ein richtiger Computertisch.


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Der Commodore C-16
hier erstmal provisorisch auf einen Tisch (der Computertisch sollte bald kommen....); links das Cassettenlaufwerk, die sog. Datasette und rechts vom Fernseher der Videorecorder; ganz rechts in der Ecke sieht man noch den Atari 2600


Juni 1986:
Mein Vater gab mir seinen alten Commodore C-64 mit Diskettenlaufwerk (1541), da er jetzt einen C-128 hatte. Auch hier konzentrierte ich mich auf die Programmierung von Geräuschen. Immerhin konnte der C-64 drei verschiedene Töne zur gleichen Zeit erzeugen! Die Musikstücke "I Engineer" (Animotion), "A Question Of Lust" (Depeche Mode), "Lessons In Love" (Level 42), "Atlantis Is Calling" (Modern Talking) oder "Hunting High And Low " (Aha) erinnern mich noch an diese Zeit.


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Der Commodore C-64 mit Computertisch im Sommer 1986


Weiterhin habe ich von meinem Freund aus der Berufsschulklasse ein Radiogerät von Rhema bekommen. Vorher hatte ich mich mit meinem ITT-Receiver schon viel auf Lang- und Mittelwelle umgehört; aber jetzt ging es mit dem neuen Gerät weiter auf die Kurzwelle. Was mich damals fast umhaute war der saubere Empfang von Radio Peking am Abend!

Juli 1986:
Ich bestand die Abschlußprüfungen der Berufsfachschule Elektrotechnik in Gaarden und verließ diese. Durch die zweijährige Ausbildung in dieser Schule hätte mir immerhin in einer nachfolgenden Ausbildung zum Elektroinstallateur ein Jahr Ausbildungszeit angerechnet werden müssen.

Am 1. Juli 1986 bekam Schleswig-Holstein einen neuen Radiosender - RSH (Radio Schleswig-Holstein). Schon Wochen vorher war die Frequenz 102,4 MHz mit einem Testsignal der Deutschen Bundespost belegt worden. Ständig beobachtete ich diese Frequenz, ob sich schon was getan hatte.... Am 1. Juli 1986 ging RSH um 11.55 Uhr auf Sendung. Den Start habe ich live mitgehört und auf Tape aufgenommen. Leider habe ich die Cassette nicht mehr; aber auf der Homepage von RSH kann man sich den Start anhören.

September 1986:
Der geplante Beruf zum Elektroinstallateur scheiterte leider. Nach einer Vorstellung bei einem Elektrobetrieb hieß es vom Meister, daß ich körperlich ein wenig schwach dazu wäre. Vom Wissen und in der Werkstatt wäre ich dagegen ein richtiges As und er würde mich sofort nehmen, da ich den kleinen praktischen Test, den ich dort machen mußte, sofort bestanden habe. Da bei ihm aber auch Arbeiten mit einem Bohrhammer sowie das Tragen schwerer Heizkörper gemacht werden müssen, wollte er mich auf Dauer nicht körperlich kaputt machen. Ich bewarb mich danach (leider) nicht mehr weiter, sondern trug diese Information gleich zum Arbeitsamt. Dort ließ man mich einen Test machen und mir wurde der kaufmännische Bereich empfohlen. So bewarb ich mich die folgenden Monate im Groß- und Einzelhandel, leider ohne Erfolg.


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Blick in das Zimmer des Autors im Oktober 1986
Links der Computertisch mit dem C-64, Videorecorder und Fernseher, rechts die Bastelecke und ganz rechts erkennt man ein Stück vom Schrank mit der Stereoanlage


Oktober 1986:
Ich begann Stürme in Stereo aufzunehmen. Die Mikrofone wurden dazu zwischen der Wand und das Kipp geöffnete Fenster geklemmt. Dazu benutzte ich das ältere Tape von Universum. Auch blieben die Mikros ständig an diesem angeschlossen.

November 1986:
Von einem weiteren Klassenfreund aus der Berufsfachschschule Elektrotechnik in Gaarden einen Equalizer mit 5 Reglern pro Kanal sowie ein digitales Multimeter gekauft. Letzteres stellte den Meßbereich sogar automatisch ein. Nebenbei liefen wieder meine Cassetten mit aktuellen Hits wie "The Final Countdown" (Europe), "Rage Hard" (Frankie Goes To Hollywood), "Suburbia" (Pet Shop Boys), "In The Army Now" (Status Quo), "Each Time You Break My Heart" (Nick Kamen) oder "Walk Like An Egyptian" (Bangles). Weiterhin lernte ich die Gruppe "Laserdance" mit ihrer Instrumental-Computermusik kennen, sowie "Jean-Michael Jarre" und "Fancy".

Da ich besonders Nachhall mochte, stellte ich bei dem Equalizer meist die Regler für die Mitten hoch, weil man den Nachhall so besser hörte. Normal läuft die Kurve aber immer andersherum, d. h. die Mitten sind abgesenkt und die Höhen und Tiefen angehoben, aber naja....


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Die Stereoanlage im November 1986 mit dem neuen Equalizer


Dezember 1986:
Zu Weihnachten zwei Mikrofone bekommen. Damit nahm ich später öfter Gewitter oder Stürme in Stereo auf.

Januar 1987:
Programmierung von Geräuschen auf dem C-64. Mit den ganzen POKE-Befehlen war das aber recht umständlich. Daher tippte ich einige Hilfsprogramme aus der Zeitschrift "64'er" ab, welche zusätzliche Basicbefehle zur Verfügung stellten. Weiterhin baute ich ab diesem Zeitpunkt immer mehr mein Interesse an der Wetterkunde aus.


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So sahen damals Computerprogramme aus!
Der Modulator - ein gutes Programm zur Erzeugung von Musik und Geräuschen auf dem C-64


Februar 1987:
Ich besuchte mein Vater, der seit Ende der 70er Jahre in einer anderen Stadt lebte. Hier hörte ich zum ersten Mal eine CD. Es war eine klassische von Johann Strauss. Ich nahm dort einige CD's auf Cassetten auf, u. a. "Inaxycvgtgb" von 16-Bit, die später zu Hause trotz der Erwartung aber nicht so viel besser klangen als meine Radioaufnahmen. Weiterhin war ich mit den Aufnahmen auf Metallcassetten mit meinem JVC-Tape nicht zufrieden. Der rechte Kanal klang dumpfer und verlor Pegel. Ich erfuhr von dem Hifi-Händler "Hört sich gut an" in Kiel und brachte das Gerät dort zum Durchsehen hin. Ich bekam es neu eingemessen zu einem sehr günstigen Preis zurück und war begeistert von dem Service.

März 1987:
Verbesserung der Stereoanlage durch Kauf eines neuen Verstärkers und eines Tuners von JVC vom erspartem Geld. Da ich einen Monat vorher einen sehr guten Eindruck von "Hört sich gut an" in Kiel hatte, kaufte ich beide Geräte dort. Vorher sah ich mir abends oft Prospekte von JVC an. Meine Standardcassette war zu jener Zeit die Aufnahme der Maxi "Italo Boot Mix Vol. 7" und Vol. 8.

Juli 1987:
Meine Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich hatten bis jetzt zu keinem Erfolg geführt. Beim Arbeitsamt wurde mir daher eine schulische Ausbildung zum Bürokaufmannn angeboten. Um erstmal überhaupt weiterzukommen und eine Ausbildung zu machen, nahm ich das nach einigem Zögern an. Der Bereich Elektrotechnik und Elektronik blieb weiterhin Hobby, denn schließlich habe ich auf der Berufsfachschule Elektrotechnik doch einiges gelernt!

November 1987:
Erster Bau von Lautsprecherboxen mit 3-Wege Chassis von Völkner-Electronic. Allerdings war das mit den Spanplatten gar nicht so leicht (herausbrechende Ecken). Die vorhandenen Kondensatoren ersetzte ich durch eine richtige Frequenzweiche; danach klang der Hochtöner deutlich kräftiger und feiner. Am liebsten testete ich die Boxen mit "Bridge to your heart" von Wax, das mit einem schönen kräftigen Bass anfing! Als ich eine Box probeweise an ihrem späteren Platz stellte, merkte ich schnell, daß diese doch viel zu groß waren, denn der Tieftöner lag auf Ohrhöhe!


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Mein erster Boxen-Selbstbau im Herbst 1987


Dezember 1987:
Ich beschloss, doch kleinere und vernünftige Fertigboxen zu kaufen. Nach langem Suchen entschied ich mich für 3-Wege-Boxen Kompaktboxen von Quadral, die um Klassen besser klangen als die alten Boxen! Der erste Test erfolgte mit "Miss You So" von Bonnie Bianco. Die Selbstbauboxen gingen später zu einem Bekannten meiner Eltern. Zu Weihnachten bekam ich den von mir gewünschten Sennheiser-Kopfhörer.

Februar 1988:
Von Völkner-Electronic bestellte ich für meinen Plattenspieler den Tonabnehmer Audio Technica AT 420 OCC, von dessen räumlichen Klangbild ich begeistert war. Später lieh ich mir bei einem Videoverleih einen CD-Spieler und eine CD von Michael Jackson (Bad) für 3 Tage aus, da ich einfach neugierig auf die Klangqualität der CD an meiner Anlage zu Hause war. Meine Begeisterung war zuerst nicht so groß - ich empfand den Klang der CD als ungewöhnlich hell, also sehr viele und kräftige Höhen, während die Tiefen nicht viel besser rüberkamen als von meinen anderen Geräten wie Tape oder Schallplatte. Ansonsten hörte ich meine Aufnahmen aktueller Hits wie "Sign Your Name" (Terence Trent D'Arby), "Here I Am" (Dominoe), "Always On My Mind" (Pet Shop Boys) oder "Heaven Is A Place On Earth" (Belinda Carlisle).

Juni 1988:
Ich ließ das Tape-Deck bei meinem HiFi-Händler ("Hört sich gut an") neu einmessen und den Tonkopf überprüfen. Der Frequenzgang war aber noch gut, so daß ein neuer Tonkopf nicht nötig war und das Tape lediglich neu eingemessen wurde.

Juli 1988:
Urlaub in La Manga (Südspanien) mit meinem Vater und Anhang. Ich nahm mein CB-Handfunkgerät mit und hörte dort sogar Stationen aus Deutschland. Bei meinem Vater nahm ich wieder einige CD's auf.

Oktober 1988:
Ich bekam von meinem Vater einen einfachen CD-Spieler, die es damals erstmals sehr günstig für unter 200 DM gab! Mit dem neuen CD-Spieler ging der Musikgeschmack etwas in Richtung Klassik (Herbert von Karajan). Zum Geburtstag bekam ich auf meinem Wunsch eine CD von Rondo Veneziano, Tangerine Dream und Klaus Schulze.

November und Dezember 1988:
Kauf einiger CD's, die aber mit 30 DM im Gegensatz zu LP's recht teuer waren! Darunter waren das Munich Symphonic Sound Orchestra und das VSOP-Projekt (Pop-Melodien mit Orchester gespielt), oder wie ich es damals nannte: "Pop der verklassikt wurde".


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Die Stereoanlage mit dem neuen CD-Spieler im Oktober 1988


Februar 1989:
Das Radio von Rhema funktionierte nicht mehr richtig (im AM-Bereich kein Empfang von Sendern mehr) und mit einer Reparatur war ich überfordert, da meine Kenntnisse nicht so tiefreichend gingen. Auf dem Flohmarkt kaufte ich daher ein kleines Allwellenradio, mit dem ich mich ab und zu wieder auf der Kurzwelle umhören konnte.

März 1989:
Letzte Ausgabe der Internationalen Hitparade auf NDR 2 mit Wolf-Dieter Stubel! Damit endete die Zeit, wo man jeden Samstag die aktuellen Hits aufnahm.... Allerdings hörte ich zu diesem Zeitpunkt schon überwiegend CD's, darunter auch mal klassische. Besonders Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern und die Wiener Walzer hatten es mir angetan.


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Das Zimmer des Autors im Januar 1989


April 1989:
Erste Versuche des Aufbaus einfacher elektronischer Schaltungen, z. B. ein einfacher Sensorschalter. Besonders interessierte mich aber eine kleine Schaltung mit dem IC TDA 3810, welches die Stereobasis verbreitern konnte. Da ich das IC allerdings nicht bekam, wurde diese Schaltung nie ganz fertig... Weiterhin fehlten mir auch die Gerätschaften zum Entlöten wie Absaugpumpe oder Litze. So war das Auslöten noch eine schwierige Sache.


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Die Bastelecke im Sommer 1989
Nahe der Bildmitte ganz vorne erkennt man die Platine für den TDA 3810, die aber nie ganz fertig wurde, weil ich das IC nicht bekam...


Juni 1989:
In Braunlage den Führerschein gemacht. Seitdem war ich selber in der Lage, jederzeit Dinge besorgen. Der Plattenspieler bekam ein neues Tonabnehmersystem von Elac.

Dezember 1989:
Es war noch etwas gespartes Geld übrig, so daß ich mir einen neuen guten Plattenspieler zulegte. Da ich vorher in HiFi-Zeitschriften über die sehr guten Eigenschaften der Geräte von Thorens gelesen hatte, entschied ich mich für einen Thorens 166 MK V. Dort baute ich das gute Elac-System (870 HA) ein und justierte es mit einer Schablone von Elac sehr penibel. Auch probierte ich verschiedene Schrauben (Alu und Stahl) zur Befestigung des Tonabnehmers aus und fand dabei geringe Klangunterschiede.




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