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Tastteiler


Beim PM 3240 ist der größte Wert für die Vertikalablenkung 2 V pro cm. Da der Schirm eine Höhe von 8 cm hat, können mit diesem Spannungen von maximal 16 V betrachtet werden. Sollen höhere Spannungen gemessen werden, müssen diese vorher abgeschwächt werden. Dazu dienen Tastteiler.



Aufbau eines Tastteilers

Ein Tastteiler besteht aus einem Spannungsteiler Dieser schwächt die Meßspannung auf 1/10 (Teilverhältnis 1:10) oder 1/100 (Teilverhältnis 1:100) ab. Durch den Tastteiler wird der Eingangswiderstand des Oszilloskops erhöht. Dieser beträgt gewöhnlich 1 Megaohm. Bei Verwendung eines Tastteilers mit einem Teilverhältnis von 1:10 wird der Eingangswiderstand auf 10 Megaohm erhöht.


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Tastteiler


Damit die Spannungsteilung unabhängig von der Frequenz wird, ist dem Widerstand zusätzlich ein Kondensator parallel geschaltet. Die Kapazität dieses Kondensators ist veränderbar. So kann man den Tastteiler exakt an das Oszilloskop angleichen. Siehe dazu weiter unten.


tastteiler.gif

Ersatzschaltbild eines Tastteilers


Bei Verwendung eines Tastteilers stimmen die Werte am Regler AMPL/DIV natürlich nicht mehr! Arbeitet man z. B. mit einem Tastteiler der ein Teilverhältnis von 1:10 hat, so müssen die gemessenen Spannungswerte am Schirm mit 10 multipliziert werden! Bei einem Tastteiler mit einem Teilverhältnis 1:100 dagegen mit 100.



Maximale Eingangsspannung von Tastteilern

Jeder Tastteiler hat unabhängig vom Teilverhältnis eine maximale Eingangsspannung! Diese darf nicht überschritten werden, weil sonst der Tastteiler beschädigt wird, was auch zur Beschädigung des Oszilloskopes führen kann!

Die Spannungsangaben sind meist Spitze-Spitze-Werte, also die Spannung vom Scheitel der positiven bis zum Scheitel der negativen Halbwelle! Teilt man diesen Wert durch zwei, so erhält man den normalen Scheitelwert. Nehmen wir als Beispiel einen Tastteiler mit einer maximalen Eingangsspannung von 600 Volt SS. Das wäre dann ein Scheitelwert von 300 Volt. Wechselspannungsangaben erfolgen in der Regel in Effektivwerten. Er errechnet sich folgendermaßen:


sinus1.gif

Nehmen wir unsere 300 Volt und teilen sie durch 1,4142 so kommt da etwa 212 Volt heraus. Das ist die maximale Eingangsspannung für diesen Tastteiler! Sie darf auf keinem Fall überschritten werden. Bei jedem Tastteiler ist diese Maximalspannung angegeben.

Grundsätzlich gilt daher:

Niemals versuchen, mit einem Oszilloskop die Netzspannung aus der Steckdose anzusehen, auch nicht mit vorgeschalteten Tastteiler!



Abgleich von Tastteilern

Tastteiler müssen genau an die Eingangsimpedanz des Vertikalverstärkers angepasst werden, damit sie das Meßsignal möglichst unverfälscht wiedergeben. Dazu braucht man ein Rechtecksignal, welches meist am Oszilloskop selbst an einer Buchse abgenommen werden kann. Beim PM 3240 ist das die Buchse ganz unten links.

Zum Abgleich schließt man den Tastteiler an den Kanal A des Oszilloskops, und den Eingang des Tastteilers an die Buchse mit dem Rechtecksignal an. Danach stellt man den Schalter AMPL/DIV so ein, das man die oberen und unteren Dächer des Rechtecksignals gut auf dem Schirm sieht und den Schalter TIME/DIV or DELAY TIME so, das etwa eine Periode sichtbar ist.

Normalerweise haben Tastteiler eine kleine Schraube, mit denen man sie abgleichen kann. Zum Abgleich sieht man sich die oberen und unteren Dächer des Rechtecksignals an. Diese sollten exakt gerade verlaufen. Tun sie das nicht, dreht man langsam an der Einstellschraube des Tastteilers, bis die Linien gerade verlaufen. Danach ist der Tastteiler abgeglichen und genau an das Oszilloskop angepaßt.


tastteiler1.jpg

Falscher Abgleich


tastteiler2.jpg

Falscher Abgleich


tastteiler3.jpg

Richtiger Abgleich


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