Home  •  Impressum  •  Sitemap

Rundfunk auf Mittelwelle


Im Zeitalter der HiFi Anlagen sowie Computer und Internet hört kaum noch jemand Mittelwelle. Wegen der geringen Bandbreite der Mittelwellenkanäle ist die Tonqualität bescheiden und auch nur in Mono.



Warum noch Mittelwelle?

Abgesehen von der schlechten Tonqualität haben Mittelwellensender eine deutlich größe Reichweite als UKW-Sender, die man normal nur in Sichtweite des Senders vernünftig empfangen kann! Es ist auf jeden Fall schon eine spannende Sache, auch mal weiter entfernte Sender zu empfangen! Und bei Sprachübertragungen kommt es z. B. sowieso nicht auf die naturgetreue Übertragung der Stimme des Sprechers an. Hier reicht eine gute Verständlichkeit völlig aus. Auch gute Musik läßt sich noch hören wenn der Empfang gut und störungsfrei ist - natürlich nicht in HiFi-Qualität.

Meine Versuche auf dem Lang- und Mittelwellenbereich sind auch schon einige Zeiten her. Diese fanden Mitte bis Ende der 80er Jahre statt. Damals habe ich mich oft auf dem Mittel- und Langwellenbereich umgehört und auch den Empfang möglichst weit entfernter Rundfunksender probiert. Ich war erstaunt, wie viele Mittelwellensender am Abend zu hören waren - es waren so viele das man kaum einen senderfreien Bereich fand! Tagsüber ist der MW-Bereich dagegen viel leerer und man hört nur einige Sender. Die Ursache dessen liegt an den Eigenschaften der oberen Atmosphäre - der sogenannten Ionosphärenschicht.



Ausbreitung der Mittelwellen

Der Mittelwellenbereich erstreckt sich von 531 bis 1611 kHz. Darunter liegt der Langwellenbereich von 151 und 279 kHz. Und ab 2000 kHz (2 MHz) bis 30.000 kHz (30 MHz) liegt der Kurzwellenbereich.

Bei der Ausbreitung von Radiowellen unterschiedet man die Bodenwelle und die Raumwelle. Die Bodenwelle breitet sich am Boden aus und folgt der Erdkrümmung. Sie hat bei der Mittelwelle eine Reichweite von 150 bis 300 km. Die größte Reichweite hat die Bodenwelle im Langwellenbereich - hier kann sie bis 2000 km betragen! Bei der Kurzwelle wird die Bodenwelle zunehmend bedeutungslos, da ihre Reichweite auf unter 100 km sinkt.

Die Raumwelle breitet sich nach oben aus und kann von der sogenannten Ionosphäre - einer hohen Schicht der Erdatmosphäre - reflektiert werden. Die reflektierten Raumwellen gelangen wieder zurück zur Erdoberfläche. Sie werden von dort wieder nach oben zur Ionosphäre gestrahlt, dort reflektiert und so weiter.

Bei der Mittelwelle ist tagsüber nur die Bodenwelle wirksam, weil die Raumwelle von der sogenannten D-Schicht in der Ionosphäre vollständig absorbiert wird. Nachts baut sich die D-Schicht wegen der fehlenden Sonneneinstrahlung ab und die Raumwellen gelangen bis zur sogenannten F2-Schicht, welche auch nachts vorhanden ist und die Raumwellen wieder zur Erde zurückreflektieren. Durch die Raumwellen kann man Mittelwellensender leicht bis in 2000 km Entfernung empfangen! Das ist auch der Grund warum nachts der gesamte MW-Bereich mit Sendern total zugestopft ist, wähend man am Tage nur einige Sender hört.

Bei der Langwelle spielt die Raumwelle eher eine untergeordnete Rolle. Allerdings habe ich in den 80er Jahren auch die Erfahrung gemacht, das nach Einbruch der Dunkelheit der Fernempfang von Langwellensendern besser funktionierte.

Die größte Bedeutung hat die Raumwelle aber im Kurzwellenbereich. Sie wird hier auch tagsüber von der Ionosphäre reflektiert womit Fernempfang auf der Kurzwelle auch tagsüber möglich ist. Allerdings spielen beim Kurzwellenfernempfang auch noch andere Dinge wie der Zustand der Ionosphäre oder die Sonnenfleckenaktivität eine große Rolle.


heischberg02.jpg

Der Sendeturm am Heischberg in Kronshagen bei Kiel

Weitere Bilder gibt es hier.


Bitte beachten Sie die Hinweise zur Seite!

© Copyright: 2005-2014 Mario Lehwald
www.hobby-bastelecke.de