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Rahmenantennen


Radiowellen sind elektromagnetische Wellen. Im Lang- und Mittelwellenbereich überwiegt der magnetische Anteil der Wellen, der am besten mit einer Spule eingefangen werden kann. Solche Empfangsspulen sind als Rahmenantennen bekannt. Ein weiterer Vorteil ist, das der magnetische Anteil fast ungehindert durch Betonwände geht! In dem Buch Rundfunk auf Mittelwelle oder Tips und Tricks rund um den Empfänger aus dem Siebel-Verlag findet man Bauvorschläge für solche Rahmenantennen. Schon zweimal habe ich selbst eine gebaut. Der Nachbau ist sehr einfach und das Ergebnis soll hier gezeigt werden.


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Die selbstgebaute kleine Rahmenantenne (30 x 30 cm)
Als Schutz für die Drähte ist oben und unten noch eine Abdeckung auf Leisten angebracht. An den Seiten ist jeder Draht noch mit einem Kabelbinder fixiert. Rechts unten sieht man den Drehkondensator. Das kleine Metallgehäuse links daneben beinhaltet einen einfachen Antennenverstärker.



Selbstbau einer Rahmenantenne

Eine typische Rahmenantenne für den Mittelwellenbereich besteht aus einer Spule mit 9 Windungen, die auf einen Holzrahmen von etwa einen Meter Kantenlänge gewickelt werden. Da ich nicht so viel Platz habe, habe ich mich für einen etwas kleineren Holzrahmen mit etwa 80 cm Kantenlänge entschieden. Mit noch kleineren Rahmen funktioniert das natürlich auch ganz gut, wenn man allerdings mit einer größeren Antenne auch mehr empfängt! Daher war mein erster Bau auch eine Miniversion mit nur 30 x 30 cm Kantenlänge, die aber ebenfalls gut funktioniert.

Im Gegensatz zu der Originalbauanleitung aus dem Buch habe ich einige Änderungen vorgenommen. Damit die Drähte gut fixiert sind, laufen sie nur oben und unten auf den äußeren Teil des Rahmens. An den beiden Seiten laufen die Drähte dagegen auf dem inneren Teil des Rahmens. Dazu müssen oben und unten Löcher gebohrt werden, durch die die Drähte dann geführt werden. Außerdem habe ich die Drähte zusätzlich noch mit Kabelbindern fixiert (2 Stück pro Draht an jeder Seite). Für die Kabelbinder müssen aber sehr viele Löcher gebohrt werden (40 pro Seite, also insgesamt 160!) Andererseits ist durch diesen Mehraufwand wirklich alles richtig fest und die Drähte können auch bei grober Handhabung nicht mehr verrutschen!

Für den Rahmen nimmt man am besten MDF-Platten mit 16 mm Stärke und in meinen Fall in den Maßen 83 x 15 cm (2 mal) und 77 x 15 cm (2 mal), die man sich im Baumarkt zuschneiden läßt. Zusätzlich habe ich noch eine Versteifung zwischen dem unteren und dem oberen Teil des Rahmens mit eingeplant.


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Die rohen MDF-Platten für den Rahmen


Damit die Drähte richtig liegen, habe ich vor dem Zusammenleimen auf jede der vier Seiten des Rahmens 10 parallele Linien mit 1 cm Abstand gezeichnet, wie man es auf dem Bild oben sieht. Danach sind die ganzen Löcher für die Kabelbinder und zum Durchführen der Drähte auf den inneren Teil des Rahmens gebohrt worden. Nachdem die Platten fertig waren, habe ich sie zusammengeleimt.

Ist der Leim getrockent und der Rahmen somit fertig, kann man mit dem Wickeln beginnen. Zum Wickeln der Spule nimmt man am besten normale isolierte Kupferlitze. Ich habe hier welche mit 1,5 qm Leiterquerschnitt genommen. In der Mitte des Rahmens kommt zunächst eine einzige Windung, die später an den Empfänger angeschlossen wird. Danach wird eine neue Spule mit 9 Windungen gemacht, wobei die einzelnen Windungen einen Abstand von etwa 1 cm haben. Die Enden dieser zweiten Spule werden an einen Drehkondensator mit 500 Pikofarad angeschlossen. Diese zweite Spule ergibt zusammen mit dem angeschlossenen Drehkondensator einen Parallelschwingkreis.

Bei meinen Rahmenmaßen von 80 x 80 cm hatte ich etwa 35 m Kupferlitze gebraucht. Das Wickeln braucht etwas Zeit, da man den gesamten Draht Stück für Stück durch die Löcher ziehen muß.


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...beim Wickeln


Dann habe ich die Drähte schrittweise straff gezogen und mit den Kabelbindern fixiert. Das kann man auch schon gleich während des Wickelns machen. Zum Schluß werden die Enden der Kabelbinder nochmal auf maximale Festigkeit geprüft, wenn erforderlich nochmal nachgespannt und dann abgeschnitten.


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Fertig gewickelt und alles mit Kabelbindern fixiert


Weiterhin habe ich noch einen kleinen Antennenverstärker mit hinzugefügt, der in ein kleines Alugehäuse eingebaut wurde. Als Anschluß für die Ausgangsleitung zum Empfänger habe ich eine PL- und eine Chinchbuchse eingebaut. Als Transistor T1 kann man auch einen BF 199 nehmen.


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Ein einfacher Antennenverstärker
An den Eingang (links im Schaltplan) wird die Spule vom Rahmen (die mit der einen Windung) angeschlossen


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Das Alugehäuse des Antennenverstärkers
Als Ausgang dient eine PL- und eine Chinchbuchse, weiterhin vorhanden ist eine 4 mm Buchse für einen Erdanschluß sowie eine Hohlsteckerbuchse für die Stromversorgung


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Das Innere des Antennenverstärkers


Nachdem alles verdrahtet ist, war die Antenne schließlich fertig und einsatzbereit. Durch den Mehraufwand mit den Kabelbindern braucht man für die reine Antenne ohne Verstärker schon etwa drei Nachmittage oder Abende. Für den Bau des Verstärkers komplett mit Gehäuse kommt nochmal ein Nachmittag oder Abend dazu, eventuell auch zwei. So war ich für meine Version mit etwa fünf Nachmittagen Bauzeit dabei. Und wie sind nun die Ergebnisse? Wirklich hervorragend kann man sagen!


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Die fertige Rahmenantenne



Wie funktioniert die Antenne?

Ich hatte schon mehrere Anfragen zur Funktion dieser Rahmenantenne die deutlich zeigten, das die Funktion nicht immer so ganz klar wurde. Daher soll das jetzt nachgeholt werden. Die Spule mit den 9 Windungen der Antenne ist mit dem 500 Pikofarad Drehkondensator verbunden. Beides stellt einen Parallelschwingkreis dar. Mit Hilfe des Drehkondensators läßt sich dieser auf eine beliebige Frequenz im Mittelwellenbereich abstimmen.

Man stellt am Empfänger zunächst die gewünschte Empfangsfrequenz ein. Dabei ist es so, daß die Spule mit der einen Windung, die ja mit dem Empfänger verbunden ist, alle möglichen Frequenzen im Mittelwellenbereich auf einmal empfängt. Wir haben also schon einen gewissen MW-Empfang! Nun dreht man solange am Drehkondensator der Antenne, bis der Sender am Empfänger die größte Signalstärke erreicht. Das ist dann der Fall wenn der eben erwähnte Parallelschwingkreis der Antenne auf die Empfangsfrequenz abgestimmt ist. Die Energie des Parallelschwingkreiseses wird dann induktiv auf die Spule übertragen, die mit dem Empfänger verbunden ist, wodurch die Lautstärke des Senders deutlich zunimmt.

Weiterhin hat eine Rahmenantenne auch eine gute Richtwirkung. Durch Drehen der Antenne kann man ein Empfangsmaximum des gewünschten Senders erreichen oder auch einen störenden Sender möglichst weit ausblenden. Dies ist einer der großen Pluspunkte der Rahmenantenne, der gerade bei dem mit Sendern zugestopften Mittelwellenbereich sehr nützlich ist!


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