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Wichtiges zum Bau von Netzteilen


Die folgenden Hinweise sollten vor der Planung oder dem Baubeginn eines Netzteils ohne Ausnahme gelesen und beachtet werden!


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Achtung:
Ein Netzteil wandelt die 230 Volt Wechselspannung aus der Steckdose in eine kleinere Spannung um. Wir haben es hier also mit der Netzspannung zu tun! Und hier ist immer größte Vorsicht angesagt!! Wer also selbst ein Netzteil bauen will, muß unbedingt die VDE-Vorschriften dazu kennen und beachten!

In Zweifelsfällen ist immer ein Fachmann zu Rate zu ziehen bzw. unter fachkundiger Aufsicht zu arbeiten!

Besonders angehende und junge Bastler sollten zuerst mit Batterien und später mit der Kleinspannung aus Steckernetzteilen oder gekauften Trafos arbeiten!



Das Gehäuse

Gehäuse aus Holz dürfen zum Bau von Netzteilen wegen der Brandgefahr nicht verwendet werden! Es kommen nur Gehäuse aus Metall oder Kunststoff in Frage. Bei Metallgehäusen ist unbedingt der Schutzleiter (grüngelb) sicher mit dem Gehäuse zu verbinden! Wie das geht, zeigt die folgende Abbildung:


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Richtiger Anschluß des Schutzleiters an ein Metallgehäuse


Zum Anschluß der Leitung werden meist Lötösen genommen. Keinesfalls darf das Leiterende verzinnt und so unter die Schraube geklemmt werden!

Die Zahnscheibe ist besonders wichtig, weil z. B. Gehäuse aus Aluminium meist eloxiert sind, und diese Eloxidschicht isoliert! Die Zahnscheibe bohrt sich beim Festziehen der Schraube durch die Eloxidschicht, und sorgt so für guten Kontakt. Dies gilt natürlich auch für andere Anschlüsse, z. B. der Masse an ein Alugehäuse, wo ebenfalls auf guten Kontakt geachtet werden sollte.

Bei einem Gehäuse aus Kunststoff dürfen keine berührbaren Metallteile aus diesem herausragen, was nicht immer einfach zu realisieren ist! Kippschalter aus Metall sind in diesem Fall nicht erlaubt. Es dürfen ausschließlich Schalter aus Kunststoff verwendet werden, z. B. Wippschalter. Auch die Schrauben zur Befestigung der Platine müssen aus Kunststoff sein. Ich habe zwar auch noch ein Netzteil in einem Kunststoffgehäuse, wo ich damals ein Kippschalter aus Metall eingebaut habe, der aber demnächst gegen einen Wippschalter aus Kunststoff ersetzt wird.

Wenn kein Printtrafo verwendet wird, kann dieser mit Metallschrauben befestigt werden, wenn man den Eisenkern des Trafos ordentlich mit dem Schutzleiter verbindet! Die nach außen ragenden Schraubenköpfe sind so über die Metallfußwinkel des Trafos gesichert und außerdem schadet die Erdung des Eisenkerns des Trafos nicht.

Weiterhin ist auf eine ausreichende Belüftung zu achten, damit die Verlustwärme der Bauteile und des Trafos abgeführt werden kann. Bei völlig geschlossenen Gehäusedeckeln kann man z. B. eine entsprechende Anzahl maximal 3 Millimeter große Löcher in diesen bohren, damit die Verlustwärme aus dem Gehäuse entweichen kann.



Netzzuleitung sauber anschließen!

Die Netzzuleitung ist sauber und sicher am Trafo anzuschließen. Auch eine ordentliche Zugentlastung für die Netzzuleitung im Gehäuse muß sein! Die einfachste Zugentlastung ist ein Knoten in der Leitung im Gehäuse. Besser sind Zugentlastungsschellen oder spezielle Leitungsdurchführungen mit Zugentlastung.

Auch der Anschluß des Netzsteckers muß sauber erfolgen. Grundsätzlich werden hier immer Aderendhülsen verwendet! Der Schutzleiter (grüngelb) muß etwa ein Zentimeter länger als die anderen Adern sein.

Auch das Abmanteln der Leitung will geübt sein, denn es dürfen hierbei keinesfalls Adern (auch nur leicht) eingeschnitten oder beschädigt werden.

Werden Printtrafos auf Platinen gelötet, so müssen die Leiterbahnen, die Netzspannung führen, einen großen Abstand zueinander haben! Es genügt nicht ein Abstand von einigen Millimetern! Bei Streifenplatinen sollte man daher mindestens eine, besser aber alle dazwischenliegenden Leiterbahnen entfernen. Erhitzt man die Leiterbahnen lange genug mit dem Lötkolben, kann man sie nach und nach abziehen. Zum Anschluß der Netzleitung an die Leiterbahnen gibt es spezielle Anschlußklemmen.



Der richtige Trafo

Grundsätzlich sollte immer ein richtiger Trenntrafo verwendet werden, und am besten gleich ein sogenannter Sicherheitstrafo, wo beide Wicklungen mit einer zusätzlichen Wand aus Kunststoff getrennt sind. Nur bei ihnen ist wirklich gewährleistet, daß im Fehlerfall keine leitende Verbindung zwischen Primär- und Sekundärwicklung zustande kommen kann! Sicherheitstrafos müssen weiterhin kurzschlußfest oder bedingt kurzschlußfest sein.

Spartrafos u. ä. haben hier also nichts zu suchen! Man darf auf keinem Fall versuchen hier zu sparen! Wer das Geld dafür nicht ausgeben will, sollte lieber gänzlich die Finger davon lassen. Die Gefahr ist einfach zu groß, das es im Falle eines Fehlers zu Stromschlägen oder Verletzungen kommt! Elkos, in denen eine viel zu hohe Eingangsspannung hineinkommt, können nämlich regelrecht explodieren! Und nicht kurzschlußfeste Trafos erzeugen im Dauerkurzschlußfall so viel Hitze, das aus ihnen eine Stichflamme emporschießen kann!


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Trenntrafo mit einer zusätzlichen Isolierwand zwischen beiden Wicklungen



Immer Absichern!

Sehr wichtig ist - auch bei einem kurzschlußfesten Trafo - immer der Einbau einer Sicherung! Auch wenn der Trafo kurzschlußfest ist, die elektronischen Bauteile sind es oft nicht und müssen unbedingt vor Kurzschlüssen geschützt werden! Selbst wenn man ein Netzteil mit einer elektronischen Strombegrenzung baut, sollte man auch hier eine Sicherung mit einbauen.

Man kann auf der Primär- oder Sekundärseite absichern. Bei Absicherung auf der Primärseite sollte man bedenken, das jeder Trafo kurzzeitig beim Einschalten deutlich mehr Strom zieht, als bei Vollast! Die Sicherung sollte daher etwa den doppelten Wert haben wie der Nennstrom des Trafos. Ansonsten wirds auf die Dauer teuer, pro Einschalten eine Sicherung :-) Den Wert der Sicherung errechnet man aus der Leistung des Trafos in Voltampere (VA) geteilt durch 230 Volt. Diesen Wert nimmt man anschließend mal zwei.

Bei Absicherung auf der Sekundärseite sollte die Sicherung etwa den Wert des maximalen zulässigen Stromes haben.



Zusammenschalten von Wicklungen

Trafos haben oft zwei Primär- oder Sekundärwicklungen. Durch Zusammenschalten von zwei Wicklungen in Reihe oder Parallel lassen sich entweder die Spannungen oder die Ströme beider Wicklungen verdoppeln.

Dabei ist unbedingt darauf zu achten, das die beiden Wicklungen gleichsinnig, also im gleichen Wicklungssinn zusammengeschaltet werden! Wie das geht, ist hier beschrieben.

Besondere Vorsicht ist beim Zusammenschalten von Primärwicklungen geboten! Werden diese falsch, d. h. gegensätzlich zusammengeschaltet, kommt es zu Kurzschlüssen und der Trafo nimmt meist einen Totalschaden davon. Wer hier nicht genau weiß, was er tut, sollte grundsätzlich die Finger davon lassen.


Bitte beachten Sie unbedingt die Warnhinweise!

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