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Reinigung von Videorecordern


Mit der Zeit bilden sich auf den Videoköpfen und den Transportrollen Ablagerungen von Bandstaub usw. Besonders bei verschmutzten Videoköpfen wird das Bild immer verrauschter und am Ende sieht man nur noch Rauschen und kein Bild während der Ton meist einwandfrei ist. Daher müssen diese Teile von Zeit zu Zeit von diesen Ablagerungen und Verschmutzungen befreit werden.

Allerdings sind diese Arbeiten nichts für Laien! Man sollte sich schon mit der Materie auskennen. Während ein Laie vielleicht noch den Tonkopf eines Cassettenrecorder reinigen kann, sieht die Sache bei einem Videorecorder anders aus. Hier ist alles viel präziser als beim Cassettenrecorder und es gibt auch viel mehr Teile zu reinigen. Besonders die hochempfindlichen Videoköpfe - das Herzstück jedes Videorecorders - brechen bei nur leicht falscher Handhabung schneller ab als man denkt, und dann ist der Recorder hin und eine Reparatur sehr teuer.

Für einen erfahrenen Hobbyelektroniker ist die Reinigung eines Videorecorder dagegen meist kein Problem.



Reinigung eines VHS-Recorders

Als Beispiel beschreibe ich die Reinigung eines VHS-Recorders, da ich bis jetzt nur Recorder mit diesem System hatte. Wie gesagt sollten nur Hobbyelektroniker, die sich auch ein wenig mit der Materie auskennen, an diese Arbeiten gehen!

Es sind grundsätzlich alle Teile zu reinigen, die mit dem Band im Betrieb Kontakt haben. Um diese zu zeigen, habe ich ein Foto eines VHS-Recorders gemacht:


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Das Laufwerk eines VHS-Videorecorders mit den zu reinigenden Teilen


  • 1 = Kopftrommel mit den Videoköpfen
  • 2 = Bandauflagenkante
  • 3 = Löschkopf
  • 4 = Umlenkrolle neben Löschkopf
  • 5 = Linker Ladehebel (S-Load oder SP = Supply, Abwickselseite)
  • 6 = Metallstift am linken Ladehebel
  • 7 = Rechter Ladehebel (T-Load oder TU = Takeup, Aufwickelseite)
  • 8 = Metallstift am rechten Ladehebel
  • 9 = Tonkopf (Mono oder Stereo)
  • 10 = Kopf für die Kontrollspur, mit deren Hilfe die rotierenden Köpfe synchronisiert werden
  • 11 = Metall-Umlenkrolle neben dem Tonkopf
  • 12 = Capstan (Antriebswelle die für den Bandvortrieb im Abspielbetrieb zuständig ist)
  • 13 = Andruckrolle (die das Band gegen den Capstan drückt)

Als Reinigungsmittel nimmt man am besten Isopropanol aus der Apotheke, und zwar unverdünnt, also fast 100 Prozent! Es darf kein Wasser darin enthalten sein, denn das ist Gift für die Köpfe! Wer es professionell machen will, kann auch Video 90 von Kontaktchemie benutzen.

Zum Reinigen der Umlenkrollen, der Andruckrolle, der Antriebswelle sowie von Ton- und Löschkopf kann man auch Wattestäbchen nehmen, die man mit Isopropanol oder Video 90 getränkt hat. Besser sind aber Lederstäbchen oder ein Mikrofaser- oder Ledertuch. Hier wird vorsichtig gereinigt, eventuelle schwarze Ringe durch Bandabrieb auf den silbernen Rollen müssen ganz entfernt werden! Manchmal muß man daher etwas länger reinigen bis diese Ablagerungen ganz entfernt sind.

Die Andruckrolle ist gegen Isopropanol beständig, nimmt also keinen Schaden oder wird rissig davon. Meist wird man hier einen schwarzen Abrieb im Tuch erhalten. Man reinigt diese solange, bis man kaum noch einen sichtbaren Abrieb im Tuch erhält. Bei älteren Geräten ist die Rolle oft schon verhärtet. In diesem Fall sollte sie möglichst ausgetauscht werden, sofern man dieses Ersatzteil bekommt.

Größte Vorsicht ist bei den Köpfen insbesondere bei den Videoköpfen angesagt! Die Videoköpfe bestehen aus Kristallen und brechen oder platzen verdammt schnell ab. Ein kleiner Druck in die falsche Richtung und das Herzstück des Videorecorders ist ruiniert und eine Reparatur sehr teuer.

Zur Reinigung der Videoköpfe sind Wattestäbchen daher verboten. Da die Videoköpfe sehr scharfe Kanten haben, würden an diesen beim Reinigen Wattefasern hängen bleiben, die später beim Betrieb Schaden anrichten und zu Störungen führen. Oder es brechen gleich winzige Teile vom Kopf ab.

Für die Reinigung der Videoköpfe kommt nur ein weiches nichtfaserndes Tuch in Frage, also ein Ledertuch! Auf dieses wird an einer Stelle das Reinigungsmittel gegeben und das getränkte Ledertuch anschließend mit dem Finger leicht gegen die Kopftrommel gedrückt. Mit der der anderen Hand wird die Kopftrommel dann gedreht. Dabei darf das Tuch keinesfalls nach oben oder unten bewegt werden, wirklich nur leicht andrücken während die Kopftrommel gedreht wird! Eine auch schon leichte Bewegung nach oben oder unten kann zur Beschädigung oder Abbrechen des hochempfindlichen Videokopfes führen!


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Zum Reinigen der empfindlichen Videoköpfe
nur ein Ledertuch verwenden!


Während der Umdrehungen der Kopftrommel bewegen sich die Videoköpfe über das Tuch, wodurch der Schmutz auf ihnen abgetragen wird. Nach einigen Umdrehungen kann man auf dem Tuch sehen, wieviel Schmutz abgetragen wurde. Anschließend wiederholt man das ganze nochmal, bis kein Schmutz mehr abgetragen wird.


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Beim Reinigen der Videoköpfe
das Ledertuch mit dem Finger nur leicht an die Kopftrommel drücken,
dabei nicht bewegen und mit der anderen Hand die Kopftrommel drehen.


Wenn man schon dabei ist, sollte man auch gleich die Bandauflagenkante, also den oberen Bereich der Kopftrommel mit den flachen Rillen, mit dem Ledertuch reinigen. Auch diese sollte unbedingt sauber sein. Am besten setzt man das Ledertuch so an, daß man mit dem Tuch über dem Bereich bleibt, wo die Videoköpfe liegen.

Besondere Vorsicht ist auch bei dem Tonkopf angebracht, da sich an diesem auch der Kopf für die Kontrollspur befindet. Auch hier darf man nur mit leichten Druck in Laufrichtung des Bandes reinigen, also nach links - rechts und niemals nach oben oder unten! Ansonsten kann sich die exakte Einstellung des Kopfes für die Kontrollspur verändern, was zur Folge hat, daß anschließend kein vernünftiger Betrieb mehr möglich ist! In diesem Fall wäre eine aufwendige Neueinstellung des Kopfes in der Werkstatt nötig.

Gleiches gilt für den Löschkopf. Auch hier sollte genauso vorsichtig rangehen. Mittlerweile habe ich schon wie beschrieben viele Recorder gereinigt, und bis jetzt ist mir noch nie ein Videokopf abgebrochen oder ein Kopf verstellt worden.

Mehr kann man auch als Hobbyelektroniker an Videorecordern nicht tun. Weitere Arbeiten, wie z. B. das Nachfetten der mechanischen Teile am Laufwerk sollten nur von Personen gemacht werden, die sich wirklich damit auskennen! Hier darf man keinesfalls einfach Vaseline reinschmieren; man braucht das korrekte Fett mit der richtigen Viskosität (Zähflüssigkeit), welches meist vom Hersteller vorgegeben wird. Dazu werden für die einzelnen Teile meist verschiedene Fette gebraucht.

Von sämtlichen Einstellungen in den Geräten sollte man grundsätzlich die Finger lassen! Warum, das steht hier.

Auch ist bei der Reinigung eines Video 2000 Recorders höchste Vorsicht angesagt! Die Videoköpfe bei Video 2000 sind noch empfindlicher als bei VHS. Eine Beschädigung bedeutet Totalschaden, weil man heute keine Ersatzteile mehr bekommt. Für einen Video 2000 Recorder gilt daher, ihn zum Reinigen grundsätzlich in eine Fachwerkstatt zu geben.


Bitte beachten Sie unbedingt die Warnhinweise!

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